27 March 2026, 08:24

Spritpreise explodieren: Super E10 bei 2,07 €, Diesel fast auf Rekordniveau

Balkendiagramm, das den primären Energieverbrauch nach Brennstoffart von 1980 bis 2040 zeigt, unterteilt in vier Abschnitte für die Brennstoffquelle mit prozentualer Aufschlüsselung.

Spritpreise explodieren: Super E10 bei 2,07 €, Diesel fast auf Rekordniveau

Spritpreise in Deutschland auf Rekordniveau – Super E10 bei 2,07 €/Liter, Diesel bei 2,29 €/Liter

Die Spritpreise in Deutschland sind auf fast Rekordhöhe gestiegen: Super E10 kostet im Schnitt 2,07 Euro pro Liter, Diesel liegt bei 2,29 Euro. Der starke Anstieg folgt auf Störungen in der globalen Ölversorgung aufgrund des anhaltenden Konflikts im Iran, wodurch sich die Kosten seit 2022 um bis zu 54 Cent pro Liter erhöht haben. Ökonomen und Branchenvertreter diskutieren nun über die Ursachen – und mögliche Lösungen –, während Autofahrer an der Zapfsäule mit steigenden Ausgaben konfrontiert sind.

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Noch vor der Zuspitzung des Iran-Konflikts zahlten deutsche Autofahrer 2022 durchschnittlich 1,86 Euro für Super E10 und 1,95 Euro für Diesel. Bis Ende März 2026 stiegen diese Werte auf 2,07 Euro bzw. 2,29 Euro – damit nähert sich der Dieselpreis seinem historischen Höchststand. Verantwortlich für den Preisschub sind mehrere Faktoren: die Auswirkungen des Krieges auf die Ölmärkte, steigende CO₂-Steuern (aktuell 18,6 Cent pro Liter Benzin und 20,5 Cent pro Liter Diesel) sowie bestehende Energiesteuern (65,4 Cent für Benzin, 47,0 Cent für Diesel), hinzu kommt die Mehrwertsteuer von 19 Prozent. Zusammen machen Steuern und Abgaben etwa zwei Drittel des Benzinpreises und mehr als die Hälfte der Dieselkosten aus.

Die Mineralölbranche wehrt sich gegen Kritik an den hohen Preisen. Der Verband En2x (Bundesverband Kraftstoffe und Energie) veröffentlichte einen "Realitätscheck"-Bericht, um dem zu widersprechen, was er als "gängige Fehleinschätzungen" zur Preisbildung bezeichnet. Der Lobbyverband argumentiert, dass sich die Spritkosten an internationalen Produktmärkten – und nicht allein am Rohölpreis – orientieren und dass über 70 Prozent der deutschen Raffineriekapazitäten von Unternehmen kontrolliert werden, die keine eigenen Tankstellennetze betreiben.

Angesichts der Krise warnte Wirtschaftsministerin Katerina Reiche vor möglichen Kraftstoffengpässen bis Ende April, falls sich der Nahost-Konflikt weiter verschärft. Die Bundesregierung leitet nun erste Maßnahmen ein, um den Preisanstieg zu bremsen. Das Finanzministerium unter Lars Klingbeil betont jedoch, der Staat profitiere nicht von der Situation.

Autofahrer zahlen derzeit deutlich mehr an der Tankstelle, während die Dieselpreise nahe an historische Spitzenwerte heranreichen. Die Regierungsmaßnahmen zielen darauf ab, die Belastung zu verringern – doch Steuern, globale Versorgungsprobleme und Branchenstrukturen halten die Kosten hoch. Ohne eine Entspannung im Iran-Konflikt oder weitere Eingriffe könnten die Preise in den kommenden Wochen noch weiter steigen.

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