Silberknappheit droht: Warum die Nachfrage nach dem Edelmetall explodiert
Carina KrauseSilberpreis-Rallye - Was Experten jetzt fordern - Silberknappheit droht: Warum die Nachfrage nach dem Edelmetall explodiert
Weltweite Silbernachfrage steigt rasant – Engpässe drohen
In den vergangenen Jahren ist die globale Nachfrage nach Silber stark angestiegen, angetrieben durch seine zentrale Rolle in der Solarenergie und anderen grünen Technologien. Allein im Photovoltaiksektor hat sich der Silberverbrauch zwischen 2020 und 2025 mehr als verdoppelt – von etwa 2.800 Tonnen auf über 6.200 Tonnen. Experten warnen nun, dass das Angebot kaum Schritt halten kann, was die Preise in die Höhe treibt und in wichtigen Märkten zu Versorgungsengpässen führt.
China dominiert die Produktion silberintensiver Solarmodule und hält einen Marktanteil von über 80 Prozent weltweit. Weitere große Hersteller sind Indien, Vietnam und die USA. Der rasante Ausbau der Solarenergie sowie die wachsende Nachfrage aus der Elektromobilität und der künstlichen Intelligenz verschärfen den Druck auf die Silberreserven.
Gleichzeitig bleibt das Angebotswachstum schwach. Eine schwächelnde Weltwirtschaft, ein starker US-Dollar und geopolitische Spannungen – etwa Chinas Kontrolle über die Lieferketten und die US-amerikanische Bevorratung – haben den Markt zusätzlich verknappt. Brancheninsider berichten, dass diese Faktoren die EU zwingen, ihre Strategie zur Sicherung kritischer Rohstoffe zu überdenken.
Als Reaktion mehren sich die Forderungen, Silber in Deutschland und der EU als kritischen Rohstoff einzustufen. Zu den Vorschlägen gehören die Schaffung staatlicher Reserven für essenzielle Metalle oder die Lockerung von Regeln für private Investoren. Diskutiert werden auch die Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Silbermünzen und -barren sowie die Einrichtung zollfreier Lagerzonen, um Investitionen zu fördern.
Der steigende Silberbedarf in Verbindung mit politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen setzt die Politik unter Handlungsdruck. Sollten Maßnahmen wie Steueranreize oder staatliche Reserven umgesetzt werden, könnten sie dazu beitragen, die Lieferketten zu stabilisieren. Derweil klappt die Schere zwischen Nachfrage und Verfügbarkeit weiter auseinander – mit Folgen für Branchen, die auf dieses Schlüsselmaterial angewiesen sind.