Seligenstadt enthüllt bewegendes Mahnmal für zerstörte Synagoge von 1938
Brunhilde JesselSeligenstadt enthüllt bewegendes Mahnmal für zerstörte Synagoge von 1938
Neues Mahnmal auf dem Synagogenplatz in Seligenstadt enthüllt
In Seligenstadt ist ein neues Mahnmal auf dem Synagogenplatz eingeweiht worden. Der Ort erinnert an die Stelle, an der einst die Synagoge der Stadt stand, bevor sie 1938 zerstört wurde. Zwei schmiedeeiserne Tore und eine aktualisierte Informationstafel wurden am 22. März im Rahmen einer feierlichen Zeremonie offiziell der Öffentlichkeit übergeben.
Das Mahnmal befindet sich an der Frankfurter Straße, dem Standort der ehemaligen Seligenstädter Synagoge. Das Gebäude wurde am 10. November 1938 während der nationalsozialistischen Novemberpogrome niedergebrannt. Adolf Abraham Stein, ein angesehener Vertreter der jüdischen Gemeinde, wurde später am 11. September 1942 in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert, wo er im folgenden Jahr starb.
Die Stadt Seligenstadt finanzierte das Projekt und übernahm die Kosten von rund 13.000 Euro für die Tore und die neue Tafel. Anders als frühere Hinweisschilder ist die aktuelle Informationstafel größer und auffälliger gestaltet. Die Tore wurden bewusst so entworfen, dass sie zur stillen Einkehr einladen.
Bürgermeister Dr. Daniell Bastian eröffnete die Feier, an der Vertreter aus der lokalen Politik, Kirchen, Vereinen und zivilgesellschaftlichen Gruppen teilnahmen. Die Veranstaltung markierte die offizielle Übergabe der Gedenkstätte an die Öffentlichkeit.
Das überarbeitete Mahnmal bietet nun eine deutlichere Erinnerung an die Geschichte der Synagoge. Tore und Tafel sollen das Gedenken an das Verlorene bewahren. Durch die Investition der Stadt bleibt der Ort als Stätte der Reflexion und Aufklärung zugänglich.






