Sachsens Apotheken sterben aus – 85 Schließungen in vier Jahren
Apotheken in Sachsen schließen in alarmierendem Tempo
Zwischen 2021 und 2025 wurden in Sachsen 85 Apotheken geschlossen – eine besorgniserregende Entwicklung. Allein im vergangenen Jahr verschwanden 13 weitere, was die Sorgen um die medizinische Versorgung im gesamten Bundesland verstärkt. Göran Donner, Präsident des Sächsischen Apothekerverbandes, warnt, dass sich die Lage ohne sofortige Gegenmaßnahmen weiter verschärfen könnte.
Der Rückgang hält bereits seit fast einem Jahrzehnt an. Von 2016 bis 2020 verlor Sachsen 36 Apotheken. In den folgenden fünf Jahren beschleunigte sich der Schwund sogar: Bis Ende 2025 werden voraussichtlich 85 weitere Standorte geschlossen haben. Zwar verlangsamte sich das Tempo im letzten Jahr leicht, doch der Gesamttrend bleibt besorgniserregend.
Donner sieht wirtschaftliche Schwierigkeiten als Hauptgrund für die Schließungen. Viele Apotheken, insbesondere in ländlichen Regionen, sind nicht mehr rentabel. Der Fachkräftemangel verschärft die Situation zusätzlich und macht es den verbleibenden Betrieben immer schwerer, die Türen offen zu halten.
Die Entwicklung gefährdet die flächendeckende Gesundheitsversorgung. Donner betont, dass nur finanziell stabile Apotheken die erweiterten Dienstleistungen erfüllen können, die das Apothekenreformgesetz vorsieht. Zudem warnt er, dass Verzögerungen bei den vom Bund zugesagten Gebührenanpassungen weitere Apotheken an den Rand des Ruins treiben könnten – mit Risiken für die Grundversorgung.
Ohne Gegensteuerung könnte das Apothekennetz in Sachsen weiter schrumpfen. Die bisherigen Schließungen haben die Versorgung bereits eingeschränkt, vor allem in ländlichen Gebieten. Donners Appelle unterstreichen die Dringlichkeit politischer Reformen, um weitere Verluste zu verhindern und die Gesundheitsversorgung zu sichern.
