S. Fischer Verlag kehrt 2027 nach Berlin zurück – ein historischer Neuanfang
Brunhilde JesselS. Fischer Verlag kehrt 2027 nach Berlin zurück – ein historischer Neuanfang
Der S. Fischer Verlag verlagert seinen Hauptsitz von Frankfurt zurück nach Berlin. Der Umzug ist für den Sommer 2027 geplant und markiert eine bedeutende Wende für den traditionsreichen Verlag. Berlin wird zum neuen Standort für die zentralen Lektorat- und Marktaktivitäten, während in Frankfurt weiterhin einige Funktionen bleiben.
Der 1886 in Berlin gegründete Verlag hatte die Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg verlassen. Seine Rückkehr wird nun als eine Art Heimkehr und Neuanfang beschrieben. Das Unternehmen, das seit den 1960er-Jahren zur Georg von Holtzbrinck Verlagsgruppe gehört, veröffentlicht unter Imprints wie S. Fischer, Krüger und Scherz Werke renommierter Autoren wie Thomas Mann, Franz Kafka und László Krasznahorkai.
Bei dem Schritt geht es nicht um Kostensenkung oder Personalabbau. Vielmehr reagiert der Verlag damit auf tiefgreifende Veränderungen im Buchmarkt und will seine Zukunft sichern. Allen Mitarbeitenden wird die Möglichkeit geboten, nach Berlin zu wechseln.
Frankfurts Kulturdezernentin Ina Hartwig zeigte sich enttäuscht über den Abschied. Jürgen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse, wollte sich nicht äußern. Unklar ist noch, was mit dem aktuellen Verlagsgebäude in der Hedderichstraße in Sachsenhausen geschieht. Auch der genaue Standort in Berlin steht noch nicht fest.
Die Verlegung wird zu einer Aufteilung der Aktivitäten zwischen Berlin und Frankfurt führen. Während die Hauptteams für Lektorat und Markt in Berlin angesiedelt sein werden, bleiben in Frankfurt einige administrative Aufgaben erhalten. Für Frankfurt bedeutet dies den Verlust des zweiten großen Verlags – eine Umgestaltung der literarischen Landschaft der Stadt.
