Ruth Wagner – eine liberale Ikone Hessens stirbt mit 85 Jahren
Brunhilde JesselEhemalige hessische FDP-Vorsitzende Ruth Wagner verstorben - Ruth Wagner – eine liberale Ikone Hessens stirbt mit 85 Jahren
Ruth Wagner, eine prägende Persönlichkeit der hessischen Freien Demokratischen Partei (FDP), ist im Alter von 85 Jahren verstorben. Bekannt für ihre lange politische Laufbahn, bekleidete sie Schlüsselpositionen in der Landesregierung von Hessen und blieb bis zu ihrem Tod eine überzeugte Verfechterin der liberalkonservativen Werte ihrer Partei.
Geboren 1940 in Wolfskehlen im südhessischen Ried, studierte Wagner Germanistik, Geschichte und Politikwissenschaft. Bevor sie in die Politik ging, arbeitete sie als Gymnasiallehrerin in Darmstadt.
Vor fast 30 Jahren trat sie der FDP bei und stieg schnell in der Parteihierarchie von Hessen auf. Wagner war zunächst Stadtverordnete in Darmstadt, später Mitglied im Bundesvorstand der Partei. Ihr Einfluss wuchs, als sie Führungsaufgaben übernahm – unter anderem als Vizepräsidentin des Hessischen Landtags und als Fraktionsvorsitzende der FDP in Hessen.
Von 1999 bis 2003 gehörte sie dem Kabinett von Ministerpräsident Roland Koch an. Als Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst prägte sie die Kultur- und Bildungspolitik des Bundeslandes. In dieser Zeit übernahm sie zudem das Amt der stellvertretenden Ministerpräsidentin. Wagner hielt während der umstrittenen Schwarzgeld-Affäre zu Koch und widerstand dabei dem Druck der FDP-Bundesführung.
Auch nach ihrer Regierungszeit blieb sie der Öffentlichkeit verbunden. 2006 wurde ihr das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Vier Jahre später erhielt sie die Wilhelm-Leuschner-Medaille des Bundeslandes Hessen für ihre Verdienste um das Bundesland.
Mit Ruth Wagners Tod endet eine lange Karriere, die Hessens politische Landschaft nachhaltig geprägt hat. Ihr Wirken in der FDP und ihre Arbeit in hochrangigen Positionen hinterlassen Spuren in der Governance und den öffentlichen Institutionen der Region.