Reutlingens skurrile Druckfehler: Wenn aus „Fest“ plötzlich „Fett“ wird
Brunhilde JesselReutlingens skurrile Druckfehler: Wenn aus „Fest“ plötzlich „Fett“ wird
Eine Serie kurioser Druckfehler sorgt seit einem Jahr in Reutlingen für Verwirrung und Heiterkeit
Fehler in offiziellen Dokumenten und lokalen Publikationen führten zu skurrilen Pannen – von erfundenen städtischen Ämtern bis zu unfreiwilliger Komik bei öffentlichen Veranstaltungen. Einige der Missgeschicke machten sogar bundesweit Schlagzeilen, darunter ein irreführender Bericht über einen angeblichen Karrierewechsel eines ehemaligen Ministers.
Die Probleme begannen Ende 2025, als der Buchstabe "L" rätselhafterweise aus offiziellen Texten verschwand. Die Bezeichnungen der Stadtverwaltung wurden im Dezember fälschlich in der Publikation der IHK Reutlingen abgedruckt – obwohl sie noch im Winter korrekt im Magazin der GWG Reutlingen erschienen waren. Das fehlende "L" verwandelte Ankündigungen für "fetal" (eigentlich: "fetal" im Sinne von vorgeburtlich, hier aber durch den Fehler zu "Fett-" oder "Fest-Konzerten") in sinnlose Phrasen und machte aus der Eröffnung einer Kneipp-Einrichtung für Hydrotherapie einen unfreiwilligen Witz.
Im Juni sorgte ein Tippfehler in einem Kochrezept für Ratlosigkeit. Ein anderer Fehler kündigte statt des üblichen Wochenmarktangebots eine "Kirchenernte" an. Ein Flohmarkt mit dem Namen "Bücherflohmarkt" wurde auf dem Leonhardsplatz beworben, während ein Fest versehentlich als "Fest der Gemästeten" (statt "Fest der Gefüllten") angekündigt wurde. Selbst der öffentliche Nahverkehr blieb nicht verschont: Es gab Debatten über angeblich "liliengeführte" (statt "lichtgesteuerte") Strecken der Regionalbahn.
Über Reutlingen hinaus sorgte eine bundesweite Schlagzeile für Aufsehen, wonach der ehemalige Wirtschaftsminister Robert Habeck die Politik für eine "Gas"-Dozentur (statt "Gast"-Dozentur) in Berkeley verlassen wolle – ein Druckfehler, der kurzzeitig für Stirnrunen sorgte. Der absurdeste Patzer war jedoch die Erfindung eines fiktiven Stadtamts: das "Amt für Tierbau, Grünflächen und Umwelt" (statt "Tiefbau").
Die wiederholten Pannen zwangen die Behörden, Akte zu berichtigen und Ankündigungen zu präzisieren. Während manche Fehler für Erheiterung sorgten, mussten andere schnellstmöglich behoben werden, um anhaltende Verwirrung zu vermeiden. Die Vorfälle zeigen, wie kleine Fehler im Druck zu großen Missverständnissen führen können.