Regionalmodell für Regionalliga spaltet Vereine und Verbände in heftigem Streit
Klaas LübsRegionalmodell für Regionalliga spaltet Vereine und Verbände in heftigem Streit
Pläne zur Reform der Regionalliga lösen scharfe Kritik aus
Ein vorgeschlagener Reformplan für das deutsche Regionalliga-System hat bei Vereinen und Funktionären heftigen Widerstand ausgelöst. Das sogenannte Regionalmodell, das von einer Arbeitsgruppe unterstützt wird, sieht vor, drei der fünf aktuellen Staffeln zu zwei Ligen zusammenzulegen, während andere unverändert bleiben. Kritiker bezeichnen den Vorschlag als ungerecht, schlecht durchdacht und sogar als Bedrohung für die Struktur des Fußballs in Teilen des Landes.
Der Streit entbrannte, nachdem eine 13-köpfige Arbeitsgruppe einstimmig ein Vier-Ligen-Modell für die Regionalliga befürwortet hatte. Ziel war es, jedem Regionalliga-Meister den Aufstieg in die 3. Liga zu ermöglichen. Doch das Regionalmodell – eine von zwei zur Diskussion stehenden Optionen – würde die Staffeln Nord, Nordost und Bayern zu zwei Ligen umformen, während die West- und Südwest-Staffeln unverändert blieben.
Die Gegenwehr kam prompt und scharf. Hermann Winkler, Präsident des Nordostdeutschen Fußballverbands (NOFV), nannte das Regionalmodell "völlig realitätsfremd" und warf dessen Befürwortern vor, Vereine für ihre Kritik zu bestrafen. Er warnte, dass der NOFV unter der neuen Struktur effektiv verschwinden würde. Stattdessen setzte sich Winkler für das Kompassmodell ein, das die vier Staffeln jedes Jahr nach Reiseentfernungen neu ordnen würde – ein System, das viele Vereine als fairer und praktikabler ansehen.
Daniel Meyer, Sportdirektor des Halleschen FC, ging noch weiter und bezeichnete das Regionalmodell als "schlechten Scherz" und Beweis für "besorgniserregende Fehleinschätzungen" seitens der Verantwortlichen in den deutschen Fußball-Gremien. Seine Kritik fand Rückhalt bei Tommy Haeder, Sprecher der Kampagne "Aufstiegsreform 2025", der den Vorschlag als politisch motiviert und mit langfristigen Folgen für den Fußball bezeichnete. Die Kampagne, die etwa 70 Vereine vertritt, unterstützt nun voll und ganz das Kompassmodell, da es Wettbewerb, Logistik und Chancengleichheit besser in Einklang bringe.
Trotz der anfänglichen Einigkeit der Arbeitsgruppe über ein Vier-Ligen-System hat sich die Spaltung darüber, wie dies umgesetzt werden soll, vertieft. Die Vereine befürchten, dass das Regionalmodell Ungleichheiten schaffen könnte, indem es einige Regionen bevorzugt und gleichzeitig praktische Herausforderungen wie Reiseaufwand und Verwaltung ignoriert.
Der Streit wirft die Zukunft der Regionalliga-Reform in Frage. Vereine und Verbände stehen nun vor der Wahl zwischen zwei grundverschiedenen Visionen – die eine setzt auf regionale Stabilität, die andere auf Flexibilität und Fairness. Da das Kompassmodell zunehmend breite Unterstützung findet, wird sich in den nächsten Schritten zeigen, ob die unteren deutschen Fußballligen einen Kompromiss finden oder in der Spaltung verharren.






