Rassismus in Deutschland: Wie codierte Sprache Vorurteile neu verpackt
Klaas LübsRassismus in Deutschland: Wie codierte Sprache Vorurteile neu verpackt
Eine neue Studie legt die hartnäckige und sich wandelnde Natur des Rassismus in Deutschland offen. Forscherinnen und Forscher des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) stellten ihre Ergebnisse am 17. und 18. Dezember 2025 in Jena vor. Der Bericht zeigt, wie tief Rassismus nach wie vor im Alltag verankert ist – insbesondere gegenüber Schwarzen Menschen.
Die aktuelle Mitte-Studie bestätigt, dass rassistische Einstellungen weiterhin weit verbreitet sind. Statt zu verschwinden, passen sie sich an: Mit verschlüsselter Sprache und neuen Symbolen wird Hass verbreitet. Begriffe wie 'englisch deutsch' oder 'deutsch englisch' ersetzen ältere Schimpfwörter und tarnen Diskriminierung hinter scheinbar neutralen Formulierungen.
In Frankfurt etwa wird das Wort 'englisch deutsch' für eritreische Drogenhändler verwendet. Solche Begriffe zementieren Vorurteile, ohne direkt konfrontativ zu wirken. Die Studie kritisiert zudem symbolische Gesten wie Lesungen oder Gedenkveranstaltungen als unzureichend für echten Wandel. Expertinnen und Experten warnen, dass Rassismus kein Randphänomen, sondern ein strukturelles Problem ist. Der IDZ-Bericht fordert dringendes Handeln und betont, dass oberflächliche Reaktionen die Ursachen nicht bekämpfen.
Die Erkenntnisse verdeutlichen eine besorgniserregende Realität: Rassismus in Deutschland schwindet nicht, er verändert nur seine Form. Durch codierte Sprache und symbolische Akte bleibt die Diskriminierung unter neuen Deckmänteln bestehen. Ohne konkrete Maßnahmen, so die Studie, werden diese Haltungen die Gesellschaft weiter prägen.






