RAPK zwischen Protest und Konzert: Wie der 1. Mai in Kreuzberg eskalierte
Carina KrauseRAPK zwischen Protest und Konzert: Wie der 1. Mai in Kreuzberg eskalierte
Kreuzberger Rap-Trio RAPK verbindet seit langem Musik mit Protest und Gemeinschaftsaktivismus. Ihr jährliches Solidaritätskonzert am 1. Mai, das seit dem Ende der Myfest-Tradition stattfindet, stand in diesem Jahr besonders im Fokus – brachte aber auch unerwartete Probleme mit sich. Der Auftritt der Gruppe kollidierte mit der Revolutionären Maidemonstration, was zu Verzögerungen führte, die sie nun offen thematisieren.
RAPK, bestehend aus Victor, Tariq und Gustav, ist tief in der Aktivistenkultur Kreuzbergs verwurzelt. Ihre Texte spiegeln den Alltag im Viertel wider und setzen sich mit Themen wie Drogensucht, rassistischer Polizeikontrolle und Gentrifizierung auseinander. Seit Jahren organisieren sie am 1. Mai ein kostenloses Konzert und füllen so die Lücke, die das Ausbleiben von Myfest hinterlassen hat.
Doch in diesem Jahr kreuzte sich die Veranstaltung mit der Route der Demonstration. Während sich die Menge für das Konzert versammelte, kam es bei der Kundgebung zu Stockungen. Das Trio versuchte, die Situation zu entschärfen – mit Durchsagen über die Lautsprecheranlage und Aufrufen auf Instagram, Platz zu machen. Trotz ihrer Bemühungen hielten die Verzögerungen an.
Mittlerweile hat die Gruppe ihre Mitverantwortung für die Störungen eingeräumt. In einer Stellungnahme entschuldigten sie sich für die unbeabsichtigten Folgen und betonten, wie wichtig es sei, solche Konflikte bei künftigen Veranstaltungen zu vermeiden. Gleichzeitig unterstrichen sie ihre Überzeugung, dass Protest und Kultur sich gegenseitig stärken sollten – und nicht in Konkurrenz zueinander stehen. Ihre Musik, so die Band, solle politische Botschaften verstärken und Menschen zusammenbringen. Doch manchmal geraten diese Ziele mit der logistischen Realität in Konflikt.
Das Konzert von RAPK hat eine Debatte darüber ausgelöst, wie kulturelle Veranstaltungen und politische Demonstrationen besser in Einklang zu bringen sind. Das Trio überprüft nun sein Vorgehen, um künftige Überschneidungen zu vermeiden. Ihr Engagement für den aktivistischen Geist Kreuzbergs bleibt ungebrochen, doch sie erkennen an, dass bei Großveranstaltungen eine bessere Abstimmung nötig ist.
