PSA übernimmt Opel: 2,2-Milliarden-Deal besiegelt historischen Wechsel in der Autoindustrie
Carina KrausePSA übernimmt Opel: 2,2-Milliarden-Deal besiegelt historischen Wechsel in der Autoindustrie
Die PSA-Gruppe hat die Übernahme von Opel von General Motors abgeschlossen. Der Deal mit einem Volumen von rund 2,2 Milliarden Euro markiert einen bedeutenden Wandel in der europäischen Automobilindustrie. Opel befand sich seit 1929 im Besitz von GM, hatte jedoch in den vergangenen fast zwei Jahrzehnten Schwierigkeiten, nachhaltige Gewinne zu erzielen.
Die Übernahme umfasst neben Opel auch die britische Marke Vauxhall, die gemeinsam rund 38.000 Mitarbeiter in sieben europäischen Ländern beschäftigen. Die Hälfte dieser Belegschaft arbeitet in Deutschland. Die Gesamtkosten der Transaktion, einschließlich der Pensionsverpflichtungen, belaufen sich auf geschätzte 4,7 Milliarden Euro (umgerechnet 5,5 Milliarden Dollar).
Führungswechsel sind bereits im Gange: Karl-Thomas Neumann hat seinen Posten als Opel-Chef aufgegeben, sein Nachfolger wird Michael Lohscheller. Philippe de Rovira übernimmt die Position des Finanzvorstands (CFO), hinzu kommen drei weitere neu ernannte Bereichsleiter. PSA-Chef Carlos Tavares betonte, dass die Umstrukturierung von Opel unter der Führung des deutschen Managements erfolgen werde.
Die neuen Eigentümer streben eine finanzielle Wende für Opel an. Der Restrukturierungsplan sieht eine Gewinnmarge von 2 Prozent bis 2020 und 6 Prozent bis 2026 vor. Mit der Übernahme steigt die PSA-Gruppe zum zweitgrößten Automobilhersteller Europas nach Absatz auf – nur Volkswagen liegt noch vor ihr.
Die Übernahme vollendet Opels Übergang von GM zur PSA-Gruppe. Das Unternehmen steht nun vor einer Phase der Neuausrichtung unter neuer Führung. Der Erfolg des Plans wird entscheiden, ob Opel in den kommenden Jahren eine dauerhafte Profitabilität erreichen kann.
