Polizei räumt besetzten Osthang in Darmstadt – Proteste gegen Baumfällungen eskalieren
Helga MüllerPolizeiliche Absperrung vor geplanter Fällung in Darmstadt - Polizei räumt besetzten Osthang in Darmstadt – Proteste gegen Baumfällungen eskalieren
Die Polizei in Darmstadt hat mit der Räumung eines umstrittenen Geländes am östlichen Hang der Stadt begonnen, noch vor den geplanten Baumfällarbeiten. Die Aktion folgt auf wochenlange Proteste von Aktivist:innen, die das Gelände in der Nähe der Mathildenhöhe unter dem Motto "Osthang bleibt" besetzt hatten. Die Behörden haben das Gebiet abgesperrt und eine starke Polizeipräsenz aufgestellt, um die Ordnung aufrechtzuerhalten.
Die Stadt plant dort die Errichtung eines Informationszentrums, das sie als entscheidenden Schritt für das Gesamtprojekt bezeichnet. Seit der Ankündigung Anfang 2025 hat das Besucherzentrum internationale Unterstützung erhalten, unter anderem von ICOMOS und der UNESCO. Öffentliche Anhörungen in den Jahren 2018 und 2021 sowie eine Ratsabstimmung 2025 sicherten eine breite Zustimmung, während ein Landschaftswettbewerb 2026 für ein denkmalgerechtes Design sorgte. Dennoch hält sich lokaler Widerstand, darunter Aktionen von Aktivist:innen, die sich vor Weihnachten 2025 in Bäume hängten, um die Fällung von 13 Bäumen zu verhindern.
Die Stadt hat das Betreten des Geländes mittlerweile verboten und es ab dem 20. Februar zur Baustelle erklärt. Beamte entdeckten vor Ort eine vergrabene Gasflasche mit eingesteckten Nägeln, was die Verantwortlichen als rücksichtslose Handlung verurteilten. Rund 20 bis 30 Protestierende versammelten sich in der Nähe der Absperrungen, als die Räumung begann. Zwei Demonstrant:innen kletterten in den abgesperrten Bereich auf Bäume; eine Person ist inzwischen herabgestiegen, während die Einsatzkräfte weiterhin versuchen, die zweite sicher zu bergen.
Bisher verläuft die Räumung friedlich, begleitet von einem großen Polizeiaufgebot. Die Stadt betont, dass das Projekt trotz der Proteste und Kosten von über 20 Millionen Euro fortgesetzt wird. Eine breite Ratsmehrheit aus sechs Fraktionen steht weiterhin hinter den Plänen.






