Path2 Hydrogen übernimmt ProtonH2 – Durchbruch für günstigen Wasserstoff aus Ölquellen
Brunhilde JesselPath2 Hydrogen übernimmt ProtonH2 – Durchbruch für günstigen Wasserstoff aus Ölquellen
Path2 Hydrogen AG übernimmt ProtonH2 und stärkt Wasserstoff-Lieferkette
Die Path2 Hydrogen AG hat die Übernahme des kanadischen Unternehmens ProtonH2 bekannt gegeben, das auf die Förderung von natürlichem Wasserstoff spezialisiert ist. Der Deal vertieft eine Partnerschaft, die bereits in einer im Juli letzten Jahres unterzeichneten Absichtserklärung skizziert wurde. Beide Unternehmen streben nun den Aufbau einer vollständigen Wasserstoff-Wertschöpfungskette an – von der Gewinnung bis zur Verteilung.
ProtonH2 entwickelt derzeit Project Apollo, ein Großprojekt, das täglich bis zu 500 Tonnen Wasserstoff produzieren soll. Das sogenannte ISHG-Verfahren (In-Situ Hydrogen Generation) funktioniert, indem Sauerstoff in Ölquellen injiziert wird, wodurch Wasserstoff-Synthesegas zu geringen Kosten entsteht – weniger als 0,75 US-Dollar pro Kilogramm. Bei dem Prozess wird zwar auch Kohlendioxid freigesetzt, jedoch verbleiben 15 bis 20 Prozent davon auf natürliche Weise unter der Erde gespeichert.
Path2 Hydrogen besitzt bereits GenH2, ein Unternehmen, das sich auf die Infrastruktur für flüssigen Wasserstoff konzentriert. Dessen kryogene Speichertechnologie hält extrem niedrige Temperaturen aufrecht und steuert gleichzeitig Druck und Verdichtung. Dadurch lässt sich Wasserstoffgas effizient rekondensieren, was Verluste während Transport und Lagerung verringert. Durch die Kombination der kostengünstigen Wasserstoffproduktion von ProtonH2 mit den Verflüssigungssystemen von GenH2 erhofft sich die fusionierte Gruppe eine beschleunigte Markteinführung. Die Integration könnte zudem die Gesamtkosten der Lieferkette senken und Wasserstoff im Energiemarkt wettbewerbsfähiger machen.
Die Übernahme besiegelt eine lang geplante Zusammenarbeit der beiden Firmen. Mit den Produktionskapazitäten von ProtonH2 und den Speicherlösungen von GenH2 ist Path2 Hydrogen nun in der Lage, eine vollständige Wasserstoff-Wertschöpfungskette anzubieten. Der Schritt passt zu den weltweiten Bestrebungen, kohlenstoffarmen Wasserstoff für industrielle Anwendungen und den Energiesektor im großen Maßstab nutzbar zu machen.