Offenbachs Gastronomie in der Krise: Warum junge Azubis die Branche meiden
Brunhilde JesselOffenbachs Gastronomie in der Krise: Warum junge Azubis die Branche meiden
Gastronomie und Hotellerie in Offenbach in der Kritik: Ausbildungsmangel verschärft Fachkräftesorgen
Die Gastgewerbe-Branche in Offenbach steht wegen mangelnder Ausbildungsmöglichkeiten massiv in der Kritik. Wie ein aktueller Bericht zeigt, bewerten junge Auszubildende in Hotels und Restaurants ihre Programme als einige der schlechtesten in ganz Deutschland. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fordert nun dringend Reformen, um mehr Nachwuchs zu gewinnen und die Arbeitsbedingungen zu verbessern.
Laut dem neuesten Ausbildungsreport des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) schneiden die Ausbildungen zum Hotelfachmann, Koch und Fachkraft in der Gastronomie bei der Zufriedenheit der Azubis am schlechtesten ab – schlechter als in jedem anderen Berufsfeld. Doch das Problem beschränkt sich nicht auf die Qualität: Nur 16 Prozent der gastgewerblichen Betriebe bundesweit bieten überhaupt Ausbildungsplätze an – der niedrigste Wert aller untersuchten Branchen. Im Bereich Lebensmittelhandwerk liegt die Quote mit 48 Prozent etwas höher, bleibt aber deutlich unter dem Durchschnitt.
Hendrik Hallier, Geschäftsführer der NGG Rhein-Main, wirft den Arbeitgebern „Ausbildungsmüdigkeit“ vor. Betriebe, die nicht in eine solide Ausbildung investierten, könnten sich nicht über Personalmangel beklagen, so Hallier. Seine Kritik fällt in eine Phase, in der die Gewerkschaft betont, dass schlechte Arbeitsbedingungen und unattraktive Ausbildungsprogramme junge Menschen aus der Branche vertreiben.
Hallier widersprach zudem der Behauptung, es gäbe bereits unbesetzte Ausbildungsstellen. Stattdessen verwies er auf das tief verwurzelte Imageproblem des Sektors: „Faire Bezahlung, bessere Betreuung und attraktive Karrierewege würden die Nachwuchsgewinnung deutlich erleichtern.“
Die NGG ruft die Offenbacher Gastgewerbe-Betriebe nun zum Handeln auf. Bessere Ausbildungsstrukturen und verbesserte Arbeitsbedingungen gelten als Schlüssel, um die Personalnot in der Branche zu überwinden. Ohne diese Veränderungen, warnt die Gewerkschaft, werde sich der chronische Fachkräftemangel weiter verschärfen.
