Offenbach senkt Energieverbrauch um bis zu 43 Prozent – dank radikaler Sparmaßnahmen
Brunhilde JesselOffenbach senkt Energieverbrauch um bis zu 43 Prozent – dank radikaler Sparmaßnahmen
Offenbach hat seinen Energieverbrauch in städtischen Gebäuden drastisch gesenkt, nachdem strenge Sparmaßnahmen eingeführt wurden. Die Stadt reagierte damit auf Versorgungsängste nach dem Stopp der russischen Gaslieferungen infolge des Ukraine-Kriegs. Bis Februar hatten einige Standorte ihren Verbrauch um bis zu 43 Prozent reduziert – weit über dem ursprünglichen Ziel von 20 Prozent.
Ursprünglich sollte der Gas- und Stromverbrauch in den kalten Monaten um 20 Prozent sinken. Am Standort Senefelderstraße der städtischen Werke ging der Gasverbrauch sogar um 43 Prozent zurück. Dieser Rückgang war auf niedrigere Bürotemperaturen und die Umstellung auf Homeoffice zurückzuführen.
In allen städtischen und betrieblichen Liegenschaften sank der Wärmebedarf im letzten Quartal 2022 um 35,5 Prozent. Auch Schulen verzeichneten deutliche Einsparungen: An der Ernst-Reuter-Schule reduzierte sich der Erdgasverbrauch um 30 Prozent, während der Fernwärmebedarf der Albert-Schweitzer-Schule um 28 Prozent zurückging.
Auch die Digitalisierungsoffensive der Stadt spielte eine Rolle. Zwar sank der Wärmeverbrauch in Schulen, doch der Strombedarf stieg durch den Ausbau des Online-Unterrichts. Viele Energiesparmaßnahmen wie die reduzierte Beheizung wurden inzwischen wieder aufgehoben. Die nächtliche Dimmung der Straßenlaternen bleibt jedoch erhalten – sie ist beliebt und hat im Sommer weniger Auswirkungen.
In mehreren Bereichen übertraf Offenbach im letzten Heizwinter seine Sparziele. Die Maßnahmen halfen, die Wärme- und Stromversorgung zu sichern, als Engpässe drohten. Zwar wurden die meisten Einschränkungen wieder gelockert, doch einige Änderungen – wie die gedimmten Laternen – bleiben vorerst bestehen.
