07 May 2026, 10:23

NRW-Polizei rüstet sich mit digitalen OSINT-Elite-Teams gegen Cyberkriminalität

Polizisten vor einer Menschenmenge, einige mit Waffen, mit Absperrungen und Schildern im Vordergrund während einer Anti-Terror-Operation in Wien, Österreich.

NRW-Polizei rüstet sich mit digitalen OSINT-Elite-Teams gegen Cyberkriminalität

Nordrhein-Westfalens Polizei stärkt ihre digitalen Ermittlungskompetenzen

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Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat eine groß angelegte Offensive gestartet, um ihre Fähigkeiten im Bereich digitaler Ermittlungen auszubauen. Im Mittelpunkt der Initiative steht Open Source Intelligence (OSINT) – die systematische Sammlung und Auswertung öffentlich zugänglicher digitaler Informationen. Im Rahmen des Vorhabens wurden neue Teams gebildet, Schulungen ausgeweitet und spezialisierte Einheiten eingerichtet.

Das Landeskriminalamt (LKA) Düsseldorf hat seine OSINT-Kapazitäten deutlich ausgebaut. Was einst als kleines Zweier-Team begann, ist unter der Leitung des 42-jährigen Fabian Coenen zur Abteilung 22.2 gewachsen – eine Einheit, die sich auf politisch motivierte Kriminalität spezialisiert hat. Mittlerweile umfasst das Team 16 Expertinnen und Experten, darunter IT-Spezialisten, Soziologen und Politikwissenschaftler.

Parallel dazu startete im September 2024 das Projekt „Digitale Streife“, das zehn neue Beamte für das LKA sowie knapp 100 weitere Kräfte in sechs regionalen Polizeibehörden einband. Die größte dieser Einheiten ist in Köln angesiedelt, wo Swen Schubert ein 18-köpfiges Team leitet – mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zwischen 25 und 52 Jahren.

Ein zentraler Baustein der Expansion ist die Ausbildung. Marc Restemeyer, ein 37-jähriger Dozent beim Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Neuss, schult sowohl LKA-Mitarbeiter als auch die Beamten der „Digitalen Streife“. Das LAFP hat sich dabei zu einem Kompetenzzentrum für OSINT-Methoden entwickelt, mit Schwerpunkt auf der Extraktion und Analyse von Daten aus sozialen Medien und anderen offenen Quellen.

LKA und lokale „Digitale Streife“-Teams arbeiten nach dem Prinzip der Schwarmintelligenz – ein strukturierter Ansatz, der schnelle Zusammenarbeit und den Austausch von Fachwissen ermöglicht. Sechs spezialisierte Einheiten des deutschen Staatsschutzes unterstützen zudem mit OSINT-Schnelleinsätzen, etwa bei sich dynamisch entwickelnden politischen Lagebildern.

Die Ausweitung der Kapazitäten markiert einen Wandel in der digitalen Ermittlungsarbeit der nordrhein-westfälischen Polizei. Mit größeren Teams, gezielter Ausbildung und einem Fokus auf kollektive Expertise ist die Behörde nun besser gerüstet, um Online-Bedrohungen zu erkennen und zu bekämpfen. Die Maßnahmen spiegeln eine breitere Modernisierungsstrategie wider, mit der die Polizei auf politisch motivierte Kriminalität im digitalen Zeitalter reagiert.

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