Nordisches Modell: Warum die Nachfrage nach Prostitution die Wurzel des Problems ist
Nordisches Modell: Warum die Nachfrage nach Prostitution die Wurzel des Problems ist
Kerstin Neuhaus, Vertreterin des Bundesverbandes Nordisches Modell, sprach kürzlich im Theater im Pariser Hof über Prostitution und deren gesellschaftliche Auswirkungen. Dabei richtete sie den Fokus auf die Nachfrageseite der Branche und zeigte auf, wie aktuelle Regelungen oft die Schutzbedürftigsten im Stich lassen.
Neuhaus hob das Nordische Modell als wirksamere Lösung hervor und verwies auf dessen Erfolge in Ländern wie Schweden, Norwegen und Frankreich.
Das Nordische Modell basiert auf vier Grundprinzipien: Aufklärung, Ausstiegsunterstützung, Entkriminalisierung von Prostituierten sowie die Strafverfolgung der Freier. Wie Neuhaus erläuterte, verlagert dieser Ansatz die Verantwortung von den Ausgebeuteten auf die Käufer und betrachtet Prostitution als Form von Gewalt, die die Gleichberechtigung untergräbt. Sie stellte infrage, ob in Macht-, Geld- und Zwangskonstellationen überhaupt von echter Zustimmung die Rede sein könne.
Laut Neuhaus ist der durchschnittliche Freier etwa 45 Jahre alt, mehr als die Hälfte von ihnen verheiratet oder in einer Beziehung. Die Männer stammen aus unterschiedlichen sozialen und religiösen Milieus. Zudem ging sie auf digitale Prostitution ein und erklärte, wie Polizei und Sozialarbeiter:innen Käufer im Netz identifizieren und zurückverfolgen können.
In Ländern mit dem Nordischen Modell erhalten Frauen, die Ausbeutung melden, verlässliche Unterstützung. Neuhaus schilderte, wie Schweden, Norwegen, Island, Frankreich, Irland und Israel – sowie Teile Kanadas und Nordirlands – durch die Bekämpfung der Nachfrage die Straßenprostitution reduziert hätten. Besonders lobte sie betriebliche Sanktionen bei Bordellbesuchen als kulturelle Abschreckung, die Freier zum Umdenken zwingen.
Kritisch äußerte sich Neuhaus zu bestehenden Regulierungsmodellen, die oft die Schwächsten bestrafen, ohne die Ausbeutung zu stoppen. Stattdessen forderte sie eine breitere Debatte über Macht, Geld und die Realität von „Zustimmung“ in der Prostitution.
Das Nordische Modell zeigt messbare Erfolge: Es verringert die Straßenprostitution und bietet Ausstiegsprogramme an. Indem es Käufer statt Verkäufer:innen kriminalisiert, zielt es darauf ab, die Nachfrage abzubauen und gleichzeitig die Ausgebeuteten zu schützen. Neuhaus appellierte an die Politik, ähnliche Maßnahmen zu ergreifen, um strukturelle Gewalt und Ungleichheit in der Branche zu bekämpfen.
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