NGOs fordern 1,8 Milliarden mehr für humanitäre Hilfe bis 2025
Zwei große Nichtregierungsorganisationen haben die deutsche Bundesregierung aufgefordert, die Mittel für humanitäre Hilfe im Haushalt des kommenden Jahres deutlich aufzustocken. Welthungerhilfe und Terre des Hommes stellten am Mittwoch ihre jährliche Bewertung der Entwicklungspolitik vor. Sie forderten eine Erhöhung der Hilfsgelder von derzeit einer Milliarde auf 2,8 Milliarden Euro.
Die Generalsekretäre Mathias Mogge und Joshua Hofert leiteten die Vorstellung des Berichts. Sie wiesen auf den wachsenden Druck hin, dem die Entwicklungspolitik durch Krisen, Kriege und den Klimawandel ausgesetzt ist. Mogge betonte, dass die Mittel stärker in präventive Maßnahmen fließen müssten – und nicht nur in die Bewältigung akuter Krisen.
Die Organisationen kritisierten die jüngsten Kürzungen im Etat für Entwicklungszusammenarbeit. Seit 2022 seien die Mittel um ein Drittel gesunken, für 2027 seien weitere Einschnitte geplant. Sie argumentierten, dass Hilfe bedarfsorientiert, neutral und unabhängig bleiben müsse – frei von sicherheitspolitischen, migrationsbezogenen oder geostrategischen Interessen.
Mogge unterstrich zudem, dass es nicht nur um die Höhe der Mittel gehe, sondern auch um die Qualität der Hilfe. Er forderte weniger Bürokratie und mehr Eigenständigkeit für lokale zivilgesellschaftliche Gruppen. Hofert ergänzte, dass Reformen nicht von Berlin aus diktiert werden dürften, sondern von Anfang an Partnerländer, lokale Akteure und junge Menschen einbeziehen müssten.
Obwohl die NGOs die Neuausrichtung der Politik begrüßten, monierten sie das Fehlen einer kohärenten Strategie. Die Regierung solle die wirtschaftliche Zusammenarbeit besser mit lokalen Partnern abstimmen und die Spannungen zwischen eigenen Interessen und denen der Partnerländer stärker berücksichtigen.
Der Bericht verlangt deutliche Mittelaufstockungen und strukturelle Reformen der deutschen Entwicklungspolitik. Die Organisationen fordern eine stärkere und inklusivere Einbindung lokaler Akteure – nur so ließen sich die wachsenden globalen Herausforderungen wirksam angehen.
