04 March 2026, 15:37

"Miss Germany" 2026: Warum dieser Wettbewerb jetzt Führungskräfte statt Schönheiten sucht

Drei Frauen in verschiedenen farbigen Kleidern, eine trägt eine Mütze, stehen vor dem Reichstaggebäude in Berlin, Deutschland, mit Menschen, Flaggen, Bäumen, Wolken und Himmel im Hintergrund.

"Wir atmen auch durch die Nase" - "Miss Germany" mit Kopftuch - "Miss Germany" 2026: Warum dieser Wettbewerb jetzt Führungskräfte statt Schönheiten sucht

Deutschlands nächste "Miss Germany" wird an diesem Wochenende in München gekürt

Der Wettbewerb, der am 7. März 2026 stattfindet, markiert einen Bruch mit herkömmlichen Schönheitsidealen. Die Veranstalter setzen nun auf Führungskompetenz, Unternehmergeist und das Brechen von Barrieren – statt allein auf Äußerlichkeiten.

Neun Frauen mit unterschiedlichen Hintergründen und Zielen werden auf der Bühne stehen, darunter Wissenschaftlerinnen, Offizierinnen der Bundeswehr und Gründerinnen erfolgreicher Unternehmen. Die Veranstaltung soll Vorbilder für künftige Generationen in Bereichen wie Technologie, Gesundheitswesen und gesellschaftlichem Wandel präsentieren.

Die amtierende Titelträgerin, Dr. Valentina Busik, ist Ärztin und spezialisiert auf künstliche Intelligenz im Gesundheitssektor. Ihre Arbeit steht exemplarisch für die neue Ausrichtung des Wettbewerbs, bei dem berufliche Leistungen Vorrang vor klassischer Pageantry haben.

Zu den Finalistinnen dieses Jahres gehört Büsra Sayed, eine 27-jährige Unternehmerin aus Berlin. Sie gründete ein Modelabel für Frauen, die ein Kopftuch tragen, und sieht sich seit ihrer Teilnahme rassistischen Anfeindungen ausgesetzt. Amina Ben Bouzid, 28, aus Wiesbaden, unterstützt frauengeführte Marken beim Wachstum ihrer Unternehmen. Beide berichten von Hasskommentaren, in denen ihnen vorgeworfen wird, sie seien "nicht deutsch genug" – allein wegen ihres Hijabs.

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Eine weitere Finalistin ist Abina Ntim aus Hamburg, die sich für die Pflege afrodeutscher Haare einsetzt und die wachsende Vielfalt des Wettbewerbs verkörpert. Unter den neun Kandidatinnen sind zudem eine Biologin und eine Pressesprecherin der Bundeswehr. Trotz der Kritik bleiben Sayed und Ben Bouzid entschlossen: Sie sehen ihre Teilnahme als Chance, Mädchen mit ähnlichen Erfahrungen Mut zu machen.

Die Organisatorinnen betonen: Es geht nicht mehr darum, eine Schönheitskönigin zu küren, sondern zukünftige Führungspersönlichkeiten zu fördern – Frauen, die eines Tages in DAX-Vorständen sitzen oder bahnbrechende Unternehmen gründen könnten. Dieser Wandel spiegelt eine breitere Entwicklung wider, wie Erfolg und Repräsentation im modernen Deutschland definiert werden.

Die Siegerin wird beim Finale in München bekannt gegeben und übernimmt eine Rolle, die heute vor allem Einfluss und Innovation betont. Mit Finalistinnen aus Medizin, Mode und Militär zeigt der Wettbewerb ein neues Führungsverständnis. Der Fokus auf Diversität und berufliche Leistungen deutet auf einen nachhaltigen Wandel hin – weg von oberflächlichen Kriterien, hin zur Anerkennung der vielfältigen Leistungen von Frauen in Deutschland.