Milliardenverluste drohen: Wie Bahn-Chaos die deutsche Industrie lahmlegt
Carina KrauseMilliardenverluste drohen: Wie Bahn-Chaos die deutsche Industrie lahmlegt
Deutsche Industrien stehen vor Milliardenverlusten durch anhaltende Verspätungen im Güterzugverkehr der Deutschen Bahn. Schlüsselsektoren wie die Automobil-, Chemie- und Stahlbranche sind stark auf den Schienentransport für Rohstoffe und Fertigwaren angewiesen. Die Störungen führen bundesweit zu Produktionsverzögerungen und Engpässen bei Lagerkapazitäten.
Besonders hart trifft es die Stahlindustrie, die die Hälfte ihrer Lieferungen über die Schiene abwickelt. Große Hersteller wie Salzgitter und ArcelorMittal haben die Produktion in Hochöfen bereits gedrosselt, weil Lieferungen zu spät eintreffen. Ersatzweise eingesetzte Busse können schwere Fracht nicht transportieren – für die Unternehmen gibt es keine praktikablen Alternativen.
Auch die Chemiebranche leidet: Jährlich werden fast 25 Millionen Tonnen an Produkten per Bahn bewegt. Verspätete Rohstofflieferungen und begrenzte Lagerflächen für Fertigwaren zwingen zu kostspieligen Produktionsstopps. Gleichzeitig meldet die Autoindustrie einen drastischen Rückgang der verfügbaren Transportkapazitäten auf der Schiene, was die Lieferkettenprobleme weiter verschärft.
Die Deutsche Bahn steht unter Druck, schnell zu handeln. Verbesserte Planung, Koordination und Priorisierung von Güterzügen sind entscheidend. Experten schlagen vor, Güterzüge auf Ausweichstrecken – anders als den Personenzugverkehr – vorrangig zu behandeln, um die Überlastung zu verringern.
Ohne rasche Maßnahmen werden die Verspätungen die industrielle Produktion weiter beeinträchtigen. Unternehmen drosseln bereits die Fertigung, um mit den unzuverlässigen Bahnservices klarkommen. Die wirtschaftlichen Folgen für den deutschen Industriestandort verschärfen sich mit jeder Woche.
