17 June 2026, 19:24

Mieter muss 82.000 Euro zahlen – wegen Cannabis-Anbau und Strombetrug

Marihuana-Anbau

Mieter muss 82.000 Euro zahlen – wegen Cannabis-Anbau und Strombetrug

Ein Mieter, der in einem gemieteten Haus Cannabis anbaute, wurde zur Zahlung von über 82.000 Euro verurteilt, nachdem er den Stromzähler manipuliert hatte. Das Oberlandesgericht urteilte, der Angeklagte habe das System vorsätzlich überbrückt, um den Energieverbrauch für seine Anbauaktivitäten zu verschleiern.

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Der Angeklagte hatte das Anwesen angemietet, um dort eine Cannabis-Plantage zu betreiben. Für den Anbau nutzte er Dutzende Lampen, Ventilatoren und Heizgeräte mit einer Gesamtleistung von 28.900 Watt. Um eine Entdeckung zu vermeiden, manipulierte er die Zählereinrichtung, sodass der tatsächliche Verbrauch nicht erfasst wurde.

Die Klägerseite schätzte den nicht erfassten Stromverbrauch auf etwa 320.000 Kilowattstunden über einen Zeitraum von zwei Jahren. Das Landgericht sprach zunächst 38.000 Euro für den nicht gemessenen Verbrauch zu. Das Oberlandesgericht bestätigte später, dass der Angeklagte sowohl für den versteckten Strom- als auch Gasverbrauch Schadensersatz leisten müsse.

Zusätzlich verhängte das Gericht eine Vertragsstrafe für die vorsätzliche Manipulation. Zusammen mit den vom Angeklagten eingeräumten Schulden von rund 12.000 Euro belief sich die Gesamtforderung auf über 82.000 Euro. Dem Angeklagten bleibt das Recht vorbehalten, eine Nichtzulassungsbeschwerde einzureichen, um eine Revision beim Bundesgerichtshof anzustreben.

Das Urteil macht den Angeklagten finanziell haftbar für den nicht erfassten Energieverbrauch sowie die Zählermanipulation. Die Gesamtsumme setzt sich aus der Strafe, den anerkannten Schulden und dem Ersatz für den versteckten Verbrauch zusammen. Sollte der Angeklagte Berufung einlegen, könnte der Fall vor ein höheres Gericht gelangen.

Quelle