Merz stellt Kohleausstieg infrage – Grünen warnen vor Rückschritt fürs Klima
Carina KrauseMerz stellt Kohleausstieg infrage – Grünen warnen vor Rückschritt fürs Klima
Bundeskanzler Friedrich Merz hat Zweifel am geplanten Kohleausstieg Deutschlands geäußert und eine mögliche Verzögerung angedeutet. Seine Äußerungen erfolgen vor dem Hintergrund von Befürchtungen über Stromengpässe und dem Bedarf an zuverlässigen Energiequellen. Der Vorschlag stößt bereits auf Widerstand bei den Grünen, die auf die Einhaltung des ursprünglichen Zeitplans pochen.
Merz argumentierte kürzlich, dass bestehende Kohlekraftwerke möglicherweise länger in Betrieb bleiben müssten als vorgesehen. Er betonte die Bedeutung einer gesicherten Stromversorgung in Deutschland – notfalls auch durch eine verlängerte Nutzung von Braunkohle. Gleichzeitig forderte er einen beschleunigten Bau von Gaskraftwerken, um mögliche Versorgungslücken zu schließen.
Die Lausitz, eine zentrale Region für den Braunkohleabbau, befindet sich bereits im Wandel, da Deutschland den Ausstieg aus der Kohleverstromung bis 2038 plant. Der Energiekonzern LEAG mit Sitz in Cottbus soll im Rahmen des aktuellen Plans rund 1,75 Milliarden Euro als Ausgleich für die Stilllegung seiner Anlagen erhalten.
Die Grünen reagierten prompt und riefen Brandenburgs Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD) auf, jede Verzögerung abzulehnen. Sie wiesen auf die Notwendigkeit hin, das Vertrauen in den Ausstiegsprozess zu wahren – insbesondere für die Beschäftigten und die Investitionen in den strukturellen Wandel der Region.
Merzs Aussagen könnten den Zeitplan für das Ende der Kohleverstromung weiter nach hinten schieben und so Unsicherheit für Industrie und Arbeitnehmer schaffen. Die Debatte dreht sich nun darum, wie sich Energiesicherheit mit den langfristigen Klimazielen Deutschlands in Einklang bringen lässt. Eine Verzögerung hätte zudem Auswirkungen auf die geplante Entschädigung von 1,75 Milliarden Euro für LEAG und den gesamten Transformationsprozess in der Lausitz.






