23 May 2026, 14:22

Massiver Autor:innen-Protest gegen Westend Verlag nach Rechtsruck-Vorwürfen

Autoren Distanzieren Sich vom Verlag

Massiver Autor:innen-Protest gegen Westend Verlag nach Rechtsruck-Vorwürfen

Rund 30 Autor:innen haben öffentlich die Zusammenarbeit mit dem Westend Verlag beendet, einem Verlag, der einst für seine linke Ausrichtung bekannt war. Der Schritt folgt auf die Veröffentlichung eines umstrittenen Buches, dem vorgeworfen wird, das Programm des Verlages in Richtung rechtsextremer Positionen zu lenken. Unter den Unterzeichnenden des offenen Briefes befinden sich prominente Namen wie Beiträger:innen der taz und der ehemalige Linken-Politiker Gregor Gysi.

Im Mittelpunkt der Kontroverse steht das Buch Links – deutsch / deutsch – links, herausgegeben von Julian Reichelt und Pauline Voss. In ihrem Schreiben werfen die Autor:innen dem Verlag vor, in der Publikation Texte von Personen abzudrucken, die der AfD nahestehen – ein ideologischer Kurswechsel, den sie nicht mittragen wollen. Zwar räumen sie ein, dass der Verlag das Recht habe, das Buch zu veröffentlichen, doch kritisieren sie eine plötzliche Kehrtwende in der Ausrichtung.

Der 2004 gegründete Westend Verlag positionierte sich zunächst mit progressiven Werten und pflegte enge Beziehungen zur taz. Mittlerweile umfasst sein Autor:innen-Spektrum jedoch ein breiteres politisches Feld, zu dem etwa Sahra Wagenknecht, Wolfgang Kubicki und Ulrike Guérot zählen. Der Verlag verteidigt sein Selbstverständnis als Plattform für kritische Debatten und betont, sich weiterhin für soziale Gerechtigkeit und partizipative Teilhabe einzusetzen.

Der Westend Verlag bedauerte in einer Stellungnahme den offenen Brief, ging auf die konkreten Vorwürfe jedoch nicht ein. Die Autor:innen hingegen haben deutlich gemacht, künftig nicht mehr im Verlag publizieren zu wollen – sie weigern sich, mit dessen neuer Ausrichtung in Verbindung gebracht zu werden.

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Der offene Brief markiert einen deutlichen Bruch zwischen den Unterzeichnenden und ihrem ehemaligen Verlag. Der Westend Verlag sieht sich nun mit Fragen zu seinen redaktionellen Entscheidungen und seiner politischen Positionierung konfrontiert. Wie andere Autor:innen und Leser:innen seine künftigen Projekte bewerten werden, bleibt abzuwarten.

Quelle