Mainzer Karnevalstradition feiert Comeback nach zweijähriger Pause
Ein beliebter Mainzer Karnevalsverein kehrt nach zweijähriger Pause zurück
Die Allerscheenste, bekannt für ihren scharfen Humor und gesellige Kneipenabende, setzt nach einer zweijährigen Unterbrechung wieder zu neuem Leben an. Der Verein hatte 2025 seine Aktivitäten aufgrund sinkender Mitgliederzahlen eingestellt. Nun plant die Gruppe unter neuer Führung für 2027 ein Comeback und will ihre Traditionen wiederbeleben.
Gegründet 1986 von einer Runde eingefleischter Mainzer, wurde die Allerscheenste berühmt für ihre ungeschminkten Reden und humorvollen Seitenhiebe auf das lokale Geschehen. Als Symbol wählte der Verein einen Clown, und regelmäßig traf man sich im Augustinerkeller in der Altstadt. Wer mitmachen wollte, musste bei diesen Treffen dabei sein – hier zählten Witz und Spontanität mehr als alles andere.
Fast vier Jahrzehnte lang verlieh die Gruppe zudem den Aller-Allerscheenste-Preis an herausragende Persönlichkeiten des Mainzer Karnevals. Doch bis 2025 ließen nachlassende Beteiligung – vor allem unter denen, die bereit waren, aufzutreten – keine neuen Sitzungen mehr zu. Karin Junker, die Mutter Oberin (Oberin des Vereins), trat nach 14 Jahren zurück und hinterließ eine Führungslücke.
Im Januar 2026 übernahm Holger Bartz den Vorsitz. Sein Ziel: den Verein wieder attraktiver machen und langfristig sichern. Zwar fanden 2026 noch keine Sitzungen statt, doch Bartz bestätigte, dass die Allerscheenste 2027 zurückkehrt. Der Verein bleibt sich dabei treu: ein nicht-kommerzieller, hierarchiefreier Karneval ohne Machtkämpfe, bei dem der Gemeinschaftsgeist im Mittelpunkt steht.
Ab kommendem Jahr werden die Kneipenabende der Allerscheenste wieder stattfinden – mit neuem Schwung für Humor und Zusammenhalt. Unter Bartz’ Führung will der Verein frische Stimmen gewinnen, ohne die 37-jährige Tradition aufzugeben. Die Rückkehr markiert einen Neuanfang für eine der eigenwilligsten Karnevalsinstitutionen Mainz’.