Mailänder Scala erhöht Preise für Top-Plätze – Proteste bei "Carmen"-Premiere
Helga MüllerMailänder Scala erhöht Preise für Top-Plätze – Proteste bei "Carmen"-Premiere
Mails Mailänder Scala erhöht Preise für Top-Plätze um über 30 Prozent
Die Mailänder Scala hat die Ticketpreise für 36 ihrer begehrtesten Plätze um mehr als 30 Prozent angehoben. Die Entscheidung löste Empörung unter treuen Besuchern aus – besonders bei den „Loggionisti“, den Stammgästen der oberen Ränge. Die Theaterleitung betont jedoch, dass die Anpassungen trotz der Kritik notwendig seien.
Während der Premiere von Verdis „Carmen“ kam es zu Protesten: Von der Galerie wurden Flugblätter gegen die Preiserhöhungen geworfen. Zwar hatte die Scala die Ticketpreise ein Jahrzehnt lang nicht erhöht, doch nun zwingen finanzielle Engpässe zum Handeln.
Aktuell wirtschaftet das Opernhaus mit Überschuss. Doch anstehende Tarifverhandlungen mit den Mitarbeitern und die Kosten für die Verlegung der Werkstätten machen die Preisanpassung unvermeidbar. Wie die Leitung versichert, sind nur 36 der insgesamt 531 Plätze betroffen.
Im Schnitt fallen die Erhöhungen moderat aus: Ein Platz in der Galerie kostet in der Spielzeit 2025–26 nun 45,56 Euro, im Folgejahr 46,94 Euro – ein Aufschlag von lediglich 1,48 Euro. Deutlich stärker steigen jedoch die Abo-Preise: von 800 auf 1.050 Euro. Intendant Fortunato Ortombina versprach, unter seiner Führung keine weiteren Erhöhungen vorzunehmen.
Schon vor dieser Anpassung war die Scala das teuerste Theater Europas – nur das Salzburger Festspiele verlangen noch höhere Preise. Zwar betrifft die Erhöhung nur einen kleinen Teil der Plätze, doch die Kritik daran ist heftig. Die Leitung verweist auf finanzielle und logistische Zwänge. Ungeachtet der Salzburg-Festspiele bleibt die Scala das teuerste Haus des Kontinents.
