08 May 2026, 06:23

Logistikbranche in Deutschland kämpft mit Rekordinsolvenzen und steigenden Kosten

Liniendiagramm mit der Aufschrift "Globaler Containerfrachtindex", das die jährlichen Containerfrachtmengen aus verschiedenen Jahren zeigt.

Logistikbranche in Deutschland kämpft mit Rekordinsolvenzen und steigenden Kosten

Deutschlands Transport- und Logistikbranche steht unter wachsendem finanziellen Druck

Steigende Kraftstoffkosten, schmale Gewinnspannen und verzögerte Kundenzahlungen treiben immer mehr Unternehmen in die Insolvenz. Branchenexperten warnen, dass anhaltende Störungen im Nahen Osten die Lage weiter verschärfen könnten.

Allein im vergangenen Jahr meldeten 469 Logistikunternehmen in Deutschland Insolvenz an – ein Anstieg um 5,6 Prozent gegenüber 2024. Darunter befanden sich 19 Firmen mit Jahresumsätzen von über 10 Millionen Euro. Viele dieser Betriebe wirtschaften mit Gewinnmargen von unter drei Prozent und kämpfen gleichzeitig mit steigenden Lohnkosten sowie hohen Vorfinanzierungskosten für Treibstoff, die sie lange vor dem Eingang der Kundenzahlungen – in der Regel nach etwa 60 Tagen – begleichen müssen.

Der Kreditversicherer Atradius führt die aktuelle Krise auf die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten und die Blockade der Straße von Hormus zurück. Die Unterbrechungen haben die Preise für Diesel und Energie in die Höhe getrieben und die Gewinnmargen weiter zusammengedrückt. Die bisherigen Unterstützungsmaßnahmen der Bundesregierung werden von Branchenanalysten als unzureichend bewertet.

Verkehrsverbände fordern nun dringend Entlastungen. Zu den Vorschlägen gehören die Senkung der Energiesteuern, die Abschaffung der doppelten CO₂-Abgabe im Straßengüterverkehr sowie kurzfristige Maßnahmen wie Preisobergrenzen oder Ausgleichszahlungen. Ohne politische Gegenwehr droht sich die Krise der Branche weiter zu verschärfen.

Auch die globalen Wachstumsprognosen für Transport und Logistik wurden nach unten korrigiert. Oxford Economics erwartet nun für 2025 ein Plus von nur noch 2,4 Prozent – ein Prozentpunkt weniger als in früheren Schätzungen. Im schlimmsten Fall, sollte die Blockade der Straße von Hormus länger als sechs Monate anhalten, könnte das Wachstum sogar vollständig zum Erliegen kommen.

Die finanziellen Belastungen der Logistikbranche zeigen keine Anzeichen einer Entspannung. Angesichts weiter steigender Spritpreise, schrumpfender Gewinnmargen und wachsender Insolvenzzahlen drängen die Unternehmen die Politik zum Handeln. Ohne gezielte Hilfsmaßnahmen sind weitere Pleiten und ein verlangsamtes Wachstum im kommenden Jahr wahrscheinlich.

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