18 April 2026, 08:24

Lehrerin kassierte 16 Jahre Gehalt – trotz Nebenjob als Heilpraktikerin

Plakat mit der Aufschrift "Kinderaert zur Zeit: Was die Gesellschaft dagegen tun sollte" mit einem Person in einem Anzug mit entschlossener Miene, mit fetter schwarzer Schrift auf einem weißen Rand.

Lehrerin kassierte 16 Jahre Gehalt – trotz Nebenjob als Heilpraktikerin

Eine Lehrerin des Berufskollegs Wesel in Nordrhein-Westfalen ist seit über 16 Jahren ohne triftigen Grund krankgeschrieben – und bezog in dieser Zeit weiterhin ihr volles Gehalt vom Land. Parallel arbeitete sie als Heilpraktikerin für Alternativmedizin. Nun ermitteln die Behörden wegen des Verdachts auf Betrug und Amtsmissbrauch.

Ihren letzten regulären Schuldienst leistete die Pädagogin im Jahr 2009. Seither reichte sie regelmäßig ärztliche Atteste ein, in denen psychische Erkrankungen bescheinigt wurden, die ihre bezahlte Krankschreibung rechtfertigten. Eine amtliche Überprüfung ihrer Arbeitsunfähigkeit durch den Staat unterblieb in all den Jahren jedoch vollständig.

Die Staatsanwaltschaft hat mittlerweile ein Strafverfahren wegen gewerbsmäßigen Betrugs eingeleitet. Im Fokus stehen falsche Angaben gegenüber dem Land zwischen 2021 und 2025, da frühere Zeiträume möglicherweise bereits verjährt sind. Im Rahmen der Ermittlungen durchsuchten die Beamten ihre Wohnung in Duisburg und beschlagnahmten Unterlagen sowie digitale Speichermedien.

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Der Fall wirft zudem Fragen zum Verhalten einer Mitarbeiterin des Landschaftsverbands Rheinland in Düsseldorf auf. Geprüft wird, ob sowohl die Lehrerin als auch die Beamtin ihre dienstlichen Pflichten verletzt haben. Als Reaktion auf den Vorfall kündigte Nordrhein-Westfalen an, die Kontrollen bei langandauernden oder wiederholten Krankschreibungen zu verschärfen.

Die Ermittlungen laufen noch; die Staatsanwaltschaft wertet derzeit Beweise für möglichen Betrug und Pflichtverstöße aus. Sollte die Lehrerin verurteilt werden, drohen ihr rechtliche Konsequenzen. Unabhängig davon könnte das Land neue Prüfmechanismen einführen, um ähnliche Fälle künftig zu verhindern. Das Ergebnis des Verfahrens wird zeigen, ob im öffentlichen Dienst generell strengere Regeln für Krankschreibungen durchgesetzt werden.

Quelle