Lebensgefährliche Verkehrsvorfälle: S-Bahn-Surfen, Straßenbahn-Crash und Güterzug-Manipulationen in Deutschland
Helga MüllerLebensgefährliche Verkehrsvorfälle: S-Bahn-Surfen, Straßenbahn-Crash und Güterzug-Manipulationen in Deutschland
Eine Reihe schwerwiegender Verkehrsvorfälle in ganz Deutschland hat Ermittlungen von Polizei und Bundesbehörden ausgelöst. Zu den Fällen zählt unter anderem ein 16-jähriger Junge, der in Neuss einen schweren Stromschlag erlitt, als er angeblich „S-Bahn-Surfen“ betreiben wollte, sowie ein Radfahrer in Frankfurt, der nach einer Kollision mit einer Straßenbahn lebensgefährlich verletzt wurde. Die Behörden prüfen zudem mögliche Zusammenhänge mit anderen jüngsten Störungen, darunter ein Angriff und mutmaßliche Manipulationen an Güterzügen.
In Neuss wurde ein 16-Jähriger mit schweren Verbrennungen ins Krankenhaus eingeliefert, nachdem er laut Berichten auf das Dach einer fahrenden S-Bahn geklettert war. Die Bundespolizei geht davon aus, dass es sich um „S-Bahn-Surfen“ handelte – eine lebensgefährliche Praxis, bei der Personen auf der Außenseite bewegter Züge mitfahren. Der Jugendliche, der zunächst in kritischem Zustand war, hat sich inzwischen stabilisiert, bleibt aber weiterhin in ärztlicher Behandlung. Die Behörden warnten erneut vor den tödlichen Gefahren durch Oberleitungen.
Unterdessen wurde in Frankfurt ein 41-jähriger Radfahrer mit schweren Verletzungen nach einem Zusammenstoß mit einer Straßenbahn ins Krankenhaus gebracht. Der Mann geriet an einer Ampel unter das Fahrzeug, und die Polizei sucht nun Zeugen, um die genaue Ursache des Unfalls zu klären.
Ermittler des Bundes untersuchen zudem den Verdacht auf Manipulationen an abgestellten Güterwaggons in der Nähe des Bahnhofs Barnten in der Nacht zum 3. Juni. Mehrere leere Wagen sollen betroffen gewesen sein, nähere Details wurden jedoch noch nicht bekannt gegeben. Der Fall ist Teil einer umfassenderen Untersuchung zu jüngsten Vorfällen, darunter ein Steinwurf auf ein Auto und ein Angriff durch einen unbekannten Mann.
In einem weiteren laufenden Verfahren hat die Staatsanwaltschaft einen 33-jährigen Mann wegen fahrlässiger Tötung im Zusammenhang mit einer tödlichen Auseinandersetzung am Bahnhof Ellwangen vor über einem Jahr angeklagt. Die Ermittlungen zu diesem Vorfall dauern an.
Die Vorfälle haben bei den Behörden zu erhöhter Wachsamkeit geführt, da mögliche Verbindungen zwischen den Fällen geprüft werden. Die Untersuchungen zum Stromschlag in Neuss, zur Straßenbahn-Kollision in Frankfurt und zur mutmaßlichen Güterzug-Manipulation laufen auf Hochtouren. Zeugenaussagen und weitere Beweise werden entscheidend sein, um die genauen Umstände jedes einzelnen Vorfalls aufzuklären.
