15 May 2026, 06:24

KNDS will Mercedes-Werk in Ludwigsfelde übernehmen – Rüstungsboom nutzt Autokrise

Militärisches Personalfahrzeug mit montierter großer Kanone, das auf einer Straße neben einem Wald fährt, mit Pflanzen unten und Bäumen im Hintergrund.

KNDS will Mercedes-Werk in Ludwigsfelde übernehmen – Rüstungsboom nutzt Autokrise

Rüstungskonzern KNDS verhandelt über Übernahme des Mercedes-Werks in Ludwigsfelde

Der Rüstungskonzern KNDS steht in Verhandlungen, um das Mercedes-Benz-Werk in Ludwigsfelde zu übernehmen. Der Schritt erfolgt, während der Automobilhersteller plant, die Produktion seiner Transporter bis 2030 nach Polen zu verlagern. Zudem hat KNDS auch das Volkswagen-Werk in Osnabrück im Blick, dessen Zukunft nach 2027 ungewiss ist.

In den vergangenen Jahren hat KNDS seine Produktionskapazitäten kontinuierlich ausgebaut. Erst im letzten Jahr übernahm das Unternehmen das Alstom-Werk in Görlitz und stärkte damit seine Kapazitäten für militärische Fahrzeuge. Nun verhandelt der Konzern mit Mercedes-Benz über den Standort Ludwigsfelde, wo derzeit Sprinter-Transporter gefertigt werden.

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Statt einer vollständigen Übernahme könnte KNDS Teile der Anlage anmieten. Dies würde es dem Unternehmen ermöglichen, gepanzerte Fahrzeuge parallel zur verbleibenden Transporterproduktion von Mercedes herzustellen. Die geplante Bestellung der Bundeswehr von bis zu 3.000 radgetriebenen gepanzerten Fahrzeugen vom Typ Boxer könnte die Nachfrage zusätzlich steigern. Mercedes-Benz wollte sich zu den Gesprächen jedoch nicht äußern.

Unterdessen sucht Volkswagen nach neuen Nutzungsmöglichkeiten für sein Werk in Osnabrück. Die Produktion dort soll 2027 enden, und das Unternehmen steht in Kontakt mit potenziellen Partnern. Der Rüstungskonzern Rheinmetall hatte den Standort zuvor geprüft, sich dann aber zurückgezogen. Nun prüft KNDS, ob das Werk in seine eigenen Expansionspläne passen könnte.

Der Rüstungskonzern hat bereits eine Milliarde Euro investiert, um die Produktion von Panzern und Militärfahrzeugen auszubauen. Sollten die Deals zustande kommen, könnten sowohl Ludwigsfelde als auch Osnabrück zu zentralen Standorten in seinem wachsenden Produktionsnetz werden.

Die möglichen Übernahmen würden die Position von KNDS in der Herstellung militärischer Fahrzeuge weiter stärken. Während Mercedes-Benz die Transporterfertigung verlagert und Volkswagen nach Alternativen sucht, könnte die Rüstungsindustrie den Werken eine neue Bestimmung geben. Eine endgültige Entscheidung über die beiden Vorhaben steht jedoch noch aus.

Quelle