Jugendpolitik im Wandel: Bundesländer fordern mehr Mitsprache und digitale Sicherheit
Brunhilde JesselJugendpolitik im Wandel: Bundesländer fordern mehr Mitsprache und digitale Sicherheit
Vertreter aus den Landesregierungen ganz Deutschlands trafen sich am Donnerstag und Freitag in Frankfurt am Main, um drängende Fragen der Jugend- und Sozialpolitik zu erörtern. Die zweitägige Konferenz konzentrierte sich auf die Verbesserung der Betreuungsstandards in der Kinderbetreuung, digitale Sicherheit sowie die Mitgestaltungsmöglichkeiten junger Menschen bei politischen Entscheidungen, die sie direkt betreffen. An den Gesprächen nahmen Ministerinnen und Minister sowie Senatorinnen und Senatoren mehrerer Bundesländer teil, geleitet von Hessens Ministerin für Soziales und Jugend, Heike Hofmann.
Im Mittelpunkt der Beratungen stand das Gesetz zur Weiterentwicklung der Qualität in der Kindertagesbetreuung. Die Teilnehmer forderten verstärkte Investitionen in Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen. Betont wurde die Notwendigkeit besserer Finanzierung und unterstützender Strukturen, um eine hochwertige Betreuung und Bildung für junge Menschen zu gewährleisten.
Schon vor Beginn der Konferenz hatten junge Menschen selbst mehr Mitsprache bei politischen Weichenstellungen eingefordert. Ihre Forderungen prägten die Diskussionen – insbesondere zu digitalen Rechten und der Regulierung sozialer Medien.
Heike Hofmann, Hessens Ministerin für Soziales und Jugend, nannte zwei zentrale Schwerpunkte: die Einbindung junger Menschen in Debatten über Regeln für soziale Medien sowie die Stärkung der Sprachbildung. Diana Stolz, Hessens Familienministerin, ergänzte, dass sichere digitale Räume und eine bessere digitale Kompetenz – sowohl bei Kindern als auch bei Eltern – unverzichtbar seien.
Christine Streichert-Clivot, Saarlands Ministerin für Bildung und Kultur, unterstrich diesen Punkt. Junge Menschen wollten ihre Zukunft aktiv gestalten, bräuchten dafür aber verlässliche Bildung und Schutz im digitalen Raum, so die Ministerin.
Einstimmig verabschiedeten die Teilnehmer eine Leitresolution mit dem Titel „Kinder und Jugendliche in den Mittelpunkt: Kompetenzen für eine digitale Welt – Kompetenzen für Demokratie und Zukunft“. Der Beschluss zielt auf einen verantwortungsvollen Umgang mit sozialen Medien, Medienkompetenz und demokratische Bildung ab. Katharina Günther-Wünsch, Berlins Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, betonte, wie entscheidend diese Fähigkeiten für gesellschaftliche Teilhabe und ein selbstbestimmtes Leben seien.
Bundesfamilienministerin Karin Prien schloss die Debatten mit dem Hinweis, dass sowohl der Bund als auch die Länder in der Verantwortung stünden. Sie forderte flächendeckend hochwertige Angebote zur Unterstützung junger Menschen in ganz Deutschland.
Die Konferenz endete mit einem klaren Bekenntnis zur Verbesserung der Jugendhilfe und digitalen Bildung. Die verabschiedete Resolution sieht konkrete Schritte für sicherere und inklusivere Politiken vor – gestützt durch die Zusammenarbeit von Ländern und Bund. Die Einbindung junger Menschen in künftige Entscheidungsprozesse bleibt dabei ein zentrales Anliegen, während die Verantwortlichen die beschlossenen Maßnahmen umsetzen.
