Iris Berben über 20 Jahre Liebe ohne Trauschein – ein Statement für Frauenrechte
Klaas LübsIris Berben: Keine Veranlassung für die Ehe - Iris Berben über 20 Jahre Liebe ohne Trauschein – ein Statement für Frauenrechte
Schauspielerin Iris Berben lebt seit fast 20 Jahren mit ihrem Partner Heiko Kiesow zusammen – ohne jemals geheiratet zu haben. Mit 75 Jahren lehnt sie die Idee der Ehe seit langem ab, geprägt von den gesellschaftlichen Umbrüchen der 1960er-Jahre. Ihre Haltung spiegelt einen breiteren Wandel in den Frauenrechten wider, als traditionelle Normen zunehmend infrage gestellt wurden.
Berbens Entscheidung wurzelt im politischen und kulturellen Klima jener Zeit. Damals benötigten verheiratete Frauen in Deutschland noch die Erlaubnis ihres Ehemanns, um arbeiten zu dürfen – eine Regelung, die in Westdeutschland erst 1958 abgeschafft wurde. Selbst danach musste die Berufstätigkeit bis 1977 mit den "ehelichen Pflichten" vereinbar sein, bis schließlich die volle rechtliche Gleichstellung im Berufsleben durchgesetzt wurde.
Für sie war die Ehe nie eine Notwendigkeit, auch wenn sie die Institution an sich nicht ablehnt. Ihre langjährige Beziehung zu Kiesow beweist, dass Verbundenheit keinen vertraglichen Rahmen braucht. Zwar haben sich die Gesetze seit den 1960er-Jahren verbessert, doch Probleme wie die geschlechtsspezifische Lohnlücke bestehen bis heute fort.
Berbens persönliche Haltung steht exemplarisch für die Fortschritte und die verbleibenden Herausforderungen bei der Gleichberechtigung. Rechtliche Reformen haben Frauen seither mehr Unabhängigkeit gebracht, doch gesellschaftliche und wirtschaftliche Ungleichheiten bestehen weiter. Ihre Geschichte zeigt, wie weit die Frauenrechte gekommen sind – und wie viel noch zu tun bleibt.






