Insolvenzwelle rollt weiter: Unternehmen und Verbraucher kämpfen ums Überleben
Carina KrauseInsolvenzwelle rollt weiter: Unternehmen und Verbraucher kämpfen ums Überleben
Insolvenzen in Deutschland steigen bei Unternehmen und Verbrauchern stark an – kein Ende des Trends in Sicht
Laut dem jüngsten Bericht der Wirtschaftsauskunftei Creditreform nehmen die Insolvenzen in Deutschland sowohl bei Unternehmen als auch bei Privatpersonen deutlich zu. Eine Besserung der Lage ist nicht in Sicht.
Im ersten Quartal 2026 stieg die Zahl der Unternehmenspleiten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,5 Prozent. Besonders stark war der Anstieg im März: Hier verzeichnete Creditreform einen Zuwachs von 15,8 Prozent gegenüber März 2025. Am stärksten betroffen war der Verkehrs- und Lagersektor mit 32,1 Insolvenzen pro 10.000 Unternehmen. Auch die Gastgewerbe- und die Baubranche litten unter hohen Fallzahlen.
Bei den Verbraucherinsolvenzen zeigte sich ein ähnliches Bild. In den ersten drei Monaten des Jahres 2026 meldeten die Gerichte 19.679 Privatinsolvenzen – ein Plus von 6 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2023. Allein im März 2026 stieg die Zahl um 18,9 Prozent gegenüber März 2025.
Trotz der wachsenden Fallzahlen gingen die Forderungen der Gläubiger deutlich zurück. Die Gesamtforderungen sanken im ersten Quartal 2026 auf 9,3 Milliarden Euro – weniger als die Hälfte der 19,9 Milliarden Euro, die im ersten Quartal 2023 gemeldet wurden. Patrik-Ludwig Hantzsch, Chefvolkswirt von Creditreform, wies darauf hin, dass selbst gut aufgestellte Industrieunternehmen zunehmend um ihr Überleben kämpften.
Creditreform prognostiziert, dass der Aufwärtstrend bei den Insolvenzen im gesamten Jahr 2026 anhalten wird. Die Daten spiegeln die anhaltende finanzielle Belastung in zahlreichen Branchen wider. Sowohl Unternehmen als auch Verbraucher sehen sich einem zunehmend schwierigen Wirtschaftsumfeld gegenüber.
