Ines Claus fordert mehr Frauen in der CDU – trotz Quotenstreit und Widerstand
Klaas LübsInes Claus fordert mehr Frauen in der CDU – trotz Quotenstreit und Widerstand
Ines Claus, stellvertretende Vorsitzende der deutschen CDU, hat die Fortschritte ihrer Partei bei der Förderung von Frauen gewürdigt, gleichzeitig aber weitere Reformen gefordert. Trotz ihres eigenen politischen Aufstiegs räumt sie ein, dass die CDU nach wie vor mit der gleichberechtigten Repräsentation von Frauen kämpft. Ihre Äußerungen fallen in eine Phase, in der die Partei weiterhin über Quotenregelungen und Führungspositionen diskutiert.
Claus trat mit 21 Jahren der CDU bei – überzeugt davon, dass Deutschland unter ihrer Führung gedeiht. Heute verbindet sie ihren Glauben an Leistung mit der Notwendigkeit einer stärkeren politischen Teilhabe von Frauen.
In den vergangenen Jahren hat Claus eine stetige politische Karriere gemacht. 2019 wurde sie Fraktionsvorsitzende, und bis 2021 stieg sie zur stellvertretenden Parteivorsitzenden auf. Dennoch übt sie Kritik an der Art und Weise, wie die CDU die Förderung von Frauen handelt. So schneiden weibliche Abgeordnete ihrer Beobachtung nach bei internen Wahlen oft schlechter ab als ihre männlichen Kollegen.
Im September 2022 führte die CDU eine gestaffelte Frauenquote ein, die auf einem knappen Beschluss des Bundesparteitags in Hannover beruhte. Die Regelung sieht vor, dass ab 2023 33 Prozent der Gremien mit Frauen besetzt sein müssen, 2024 steigt die Quote auf 40 Prozent und bis Mitte 2025 auf 50 Prozent – gültig bis 2029. Der Antrag wurde mit 559 zu 409 Stimmen angenommen, obwohl sich viele weibliche Mitglieder dagegen aussprachen. Prominente Unterstützer wie Hendrik Wüst und Annegret Kramp-Karrenbauer setzten sich für die Reform ein, doch der Widerstand zeigte, wie tief die Vorbehalte in der Partei verwurzelt sind.
Claus betrachtet Quoten als vorübergehende Lösung und bevorzugt ein System, in dem Frauen Positionen aufgrund ihrer Leistung erreichen. Sie betont, dass Frauen Ausgeglichenheit und starke organisatorische Fähigkeiten in die Politik einbringen, und ermutigt junge Frauen, selbstbewusst voranzuschreiten. Gleichzeitig lehnt sie eine Liberalisierung der Abtreibungsgesetze ab und konzentriert sich stattdessen auf Wirtschaftspolitik und die Sicherheit von Frauen.
Auf der größeren politischen Bühne distanziert sich Claus entschieden von einer Zusammenarbeit mit der rechtsextremen AfD. Sie ist überzeugt, dass die CDU durch wirksame Regierungsarbeit und die Bearbeitung öffentlicher Anliegen die Unterstützung für extremistische Parteien schwächen muss. Ihre Haltung spiegelt die Bemühungen der Partei wider, sich von radikalen Kräften abzugrenzen und gleichzeitig wieder stärker an die Wähler zu binden.
Die Frauenquote der CDU bleibt bis 2029 in Kraft, mit schrittweisen Steigerungen der weiblichen Repräsentation in den kommenden Jahren. Claus' Karriere und ihre Positionen verdeutlichen die Spannung zwischen Quotenregelungen und Leistungsprinzip in der Partei. Ihr Appell für mehr Frauen in der Politik geht einher mit einer klaren Absage an Bündnisse mit der rechten Szene – und prägt damit die Ausrichtung der CDU in den nächsten Jahren.






