Industrieproduktion sinkt im Januar um 2,5 Prozent – doch Experten bleiben gelassen

Carina Krause
Carina Krause
2 Min.
Ein Diagramm auf einem weißen Hintergrund mit der Überschrift "Die Vorteile der gestiegenen Produktivität der letzten 35 Jahre sind nicht an die Mittelschicht gegangen", das die Produktivitätsentwicklung der letzten 35 Jahre zeigt und anzeigt, dass die Mittelschicht nicht davon profitiert hat.Carina Krause

Industrieproduktion und Bestellungen im Januar gesunken - Industrieproduktion sinkt im Januar um 2,5 Prozent – doch Experten bleiben gelassen

Industrieproduktion in Deutschland geht im Januar zurück

Die deutsche Industrieproduktion ist im Januar gesunken – die Produktion verringerte sich um 2,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat Dezember. Der Rückgang folgte auf eine Phase stärkeren Wachstums, doch Experten führen die Zahlen auf vorübergehende Faktoren zurück und nicht auf einen breiteren Abschwung.

Die Gesamtproduktion im verarbeitenden Gewerbe – einschließlich Baugewerbe und Energiewirtschaft – schrumpfte im Monatsvergleich um 0,5 Prozent. Gleichzeitig gingen die Neuaufträge drastisch um 11,1 Prozent zurück, was jedoch teilweise auf weniger Großaufträge zurückzuführen ist.

Der Rückgang der Industrieproduktion verlief branchenübergreifend uneinheitlich. Während die Energieerzeugung um über 10 Prozent anstieg – vermutlich bedingt durch die kälteren Witterungsverhältnisse und die damit verbundene höhere Nachfrage –, verzeichnete der Tiefbau einen deutlichen Rückgang um 7,5 Prozent, was ebenfalls auf die eisigen Bedingungen und damit verbundene Arbeitsunterbrechungen zurückzuführen wird.

In zentralen Bereichen der Fertigungsindustrie gab es ebenfalls Probleme. Die Metallverarbeitung verzeichnete einen spürbaren Rückgang, und auch die Pharmazie-, Computer-, Elektronik- und Optikbranche meldeten geringere Produktionszahlen. Trotz des monatlichen Rückschlags zeigte sich im Dreimonatsdurchschnitt eine leichte Besserung: Die Industrieproduktion lag 0,9 Prozent über dem Wert des Vorquartals.

Die Entwicklung der Neuaufträge präsentierte sich zwiespältig. Zwar brachen die Gesamtaufträge im Januar um 11,1 Prozent ein, ohne Großaufträge betrug der Rückgang jedoch nur 0,4 Prozent. Über einen Zeitraum von drei Monaten betrachtet, stiegen die Aufträge sogar um 7,4 Prozent – bzw. um 1,5 Prozent, wenn man Großprojekte außer Acht lässt.

Der Ökonom Sebastian Dullien, Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), warnte davor, die Januar-Zahlen überzubewerten. Er bezeichnete die Rückgänge als Korrekturen nach zuvor starken Monaten und als vorübergehende Effekte, nicht jedoch als Anzeichen für eine tiefgreifende Krise.

Die Industriedaten für Januar zeigen eine gespaltene Entwicklung: Während Teile des verarbeitenden Gewerbes kämpfen, profitiert die Energiewirtschaft von den wetterbedingten Nachfrageimpulsen. Die Dreimonatstrends deuten jedoch auf ein stabileres Bild hin, mit moderatem Wachstum bei Produktion und Aufträgen.

Experten bleiben vorsichtig, betonen aber, dass die deutlichen Monatsrückgänge nicht zwangsläufig auf eine langfristige Schwäche hindeuten. Die kommenden Monate werden zeigen, ob es sich um vorübergehende Einbrüche oder um den Beginn einer breiteren Abwärtsbewegung handelt.

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