Industrie in der Krise: Ostdeutsches Wirtschaftsforum sucht Lösungen für Reformstau und Wachstumsschwäche
Brunhilde JesselIndustrie in der Krise: Ostdeutsches Wirtschaftsforum sucht Lösungen für Reformstau und Wachstumsschwäche
Wirtschaftliche Herausforderungen und politische Streitigkeiten belasten die deutsche Industrie schwer, warnt der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Angesichts wachsender Verärgerung in der Wirtschaft kommt das Ostdeutsche Wirtschaftsforum in Bad Saarow (31. Mai–2. Juni) gerade recht: Dort treffen sich Schlüsselakteure, um über Reformen und Chancen für den kämpfenden Sektor zu diskutieren.
Täglich werden rund 350 Wirtschaftsvertreter erwartet, darunter Bundeskanzler Friedrich Merz, Wirtschaftsministerin Katherina Reiche sowie die Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Die Veranstalter wollen trotz der aktuellen Krise Wachstumspotenziale aufzeigen.
BDI-Hauptgeschäftsführer Holger Lösch warnte, Unternehmen fühlten sich durch die anhaltenden Verzögerungen bei Reformen „tief enttäuscht, ja frustriert“. Die Organisation rechnet in diesem Jahr mit keinem industriellen Wachstum mehr – als Gründe nennt sie hohe Energiekosten, Steuern und Bürokratie sowie die Spannungen durch den Konflikt im Iran.
Gleichzeitig betonte Lösch die Stärken Ostdeutschlands, etwa verfügbare Flächen und eine solide Infrastruktur, die für die wachsende Rüstungsindustrie attraktiv sein könnten. Geplant ist, Rüstungsfirmen mit Start-ups sowie Unternehmen aus dem Maschinenbau und der Automobilbranche zu vernetzen. Der BDI fordert weniger Regulierung, um Innovation und Investitionen zu fördern.
Das Forum will wirtschaftliche Herausforderungen in Chancen verwandeln, indem es die Zusammenarbeit zwischen Branchen stärkt. Mit Politikern und Wirtschaftsführern im Publikum stehen konkrete Schritte zur Entbürokratisierung und Wachstumsförderung im Mittelpunkt. Die Ergebnisse könnten in diesem Wahljahr wegweisend für die Politik werden.
