04 January 2026, 02:36

Hessens Sozialministerin Hofmann fordert Reformen für mehr Gleichstellung am Arbeitsmarkt

Collage von Frauen und Hüten auf Papier mit Text unten.

Hessens Sozialministerin Hofmann fordert Reformen für mehr Gleichstellung am Arbeitsmarkt

Hessens Sozialministerin Heike Hofmann hat kürzlich einen Frauen-Gipfel zur Gleichstellung auf dem Arbeitsmarkt veranstaltet. Bei dem Treffen kamen Führungskräfte zusammen, um sich mit Themen wie der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, der "Teilzeitfalle" und der Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen auseinanderzusetzen. Zudem wurden Wege diskutiert, wie migrantische Frauen besser in den Arbeitsmarkt integriert werden können.

Eröffnet wurde der Gipfel mit einem Hauptvortrag von Prof. Nina Hossain, die strukturelle Hindernisse für die Gleichberechtigung im Berufsleben aufzeigte. Sie forderte strukturelle Reformen, darunter finanzielle Unterstützung für unbezahlte Care-Arbeit, flexiblere Elternzeitregelungen und einen Ausbau der Kinderbetreuungsangebote.

Die Teilnehmer:innen betonten die Notwendigkeit, Care-Verantwortung sowohl gesellschaftlich als auch rechtlich stärker anzuerkennen. Zudem setzten sie sich für mehr Vorbilder in flexiblen Arbeitsmodellen und Teilzeit-Führungspositionen ein. Ministerin Hofmann räumte ein, dass veraltete Normen rund um Care-Aufgaben und traditionelle männliche Karrierewege nach wie vor reformbedürftig seien. Bei der Integration von Frauen mit Migrationshintergrund wurde die bessere Nutzung ihrer Qualifikationen als zentraler Hebel identifiziert.

Die Diskussionen bildeten den Auftakt für die anstehende Präsidentschaft Hessens in der Arbeits- und Sozialministerkonferenz (ASMK) 2023, wo die gleichberechtigte Teilhabe am Arbeitsmarkt ein Schwerpunktthema sein wird.

Zu den Vorschlägen des Gipfels zählten finanzielle Entlastungen für unbezahlte Sorgearbeit, flexiblere Ausgestaltungen von Freistellungsregelungen sowie eine größere Sichtbarkeit von Führungskräften in Teilzeit. Da Hessen im kommenden Jahr den ASMK-Vorsitz übernimmt, könnten diese Maßnahmen künftige Reformen des Arbeitsmarktes prägen. Die Veranstaltung machte zwar die anhaltenden Herausforderungen deutlich, zeigte aber auch konkrete Wege auf, um Ungleichheiten abzubauen.