Hessens Krankenhäuser kritisieren die Reformpläne der Bundesregierung scharf
Brunhilde JesselHessens Krankenhäuser kritisieren die Reformpläne der Bundesregierung scharf
Die Krankenhausreform der Bundesregierung stößt in Hessen auf Kritik von zentralen Akteuren. Befürchtet werden übermäßige Bürokratie, Finanzierungslücken und negative Auswirkungen auf die lokale Gesundheitsversorgung. Unterdessen hat die neue Bundesgesundheitsministerin mögliche Anpassungen des Gesetzes in Aussicht gestellt.
Im Januar 2026 übernahm Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) das Amt von Karl Lauterbach und kündigte an, Teile der Krankenhausreform überarbeiten zu wollen. Zwar bleibt die grundsätzliche Ausrichtung erhalten, doch bleiben konkrete Regelungen zu Planungssicherheit und regionaler Flexibilität weiter unklar. Das Bundesgesundheitsministerium hat seitdem Probleme wie uneinheitliche Planungsfristen und den Bedarf an Ausnahmeregelungen aufgegriffen.
Prof. Dr. Hoeftberger, Präsident des Hessischen Krankenhausgesellschaft, kritisiert das aktuelle Modell der Vorfinanzierung scharf. Es führe zu unnötiger Bürokratie, ohne die finanzielle Belastung der Krankenhäuser zu verringern. Die Krankenhausgesellschaft fordert mehr Spielraum für die Länder, um regionale Unterschiede in der Krankenhausplanung besser berücksichtigen zu können.
Der hessische Gesundheitsminister begrüßt zwar Warkens Überprüfung der Reform und betont die Notwendigkeit einer hochwertigen medizinischen Versorgung. Frank Dastych, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen, warnt jedoch, dass die Reform die Verfügbarkeit von Ärzten vor Ort gefährden könnte. Die Bundesregierung hat zugesagt, die unmittelbaren Transformationskosten aus den Jahren 2022/2023 zu übernehmen – auch auf Basis von Rückmeldungen der Hessischen Krankenhausgesellschaft.
Ob die Reform letztlich gelingt, hängt davon ab, ob die geplanten Anpassungen die Bedenken hinsichtlich Bürokratie und regionaler Bedürfnisse ausräumen können. Die Krankenhäuser in Hessen warten derweil auf klarere Zusagen zu Finanzierung und Planungsspielräumen. Im Mittelpunkt steht weiterhin die Sicherstellung einer stabilen und hochwertigen Patientenversorgung.






