21 March 2026, 18:27

Hessens Jagdreformen: Tierschützer warnen vor ökologischem Kahlschlag und Lobbyeinfluss

Karte von Montana, die einen grünen Bereich hervorhebt, der die Grizzlybär-Verwaltungsregion angibt, auf Papier mit Text und numerischen Daten gedruckt.

Hessens Jagdreformen: Tierschützer warnen vor ökologischem Kahlschlag und Lobbyeinfluss

Pläne zur Ausweitung der Jagdrechte in Hessen stoßen auf scharfe Kritik von Tierschutzorganisationen. Wildtierschutz Deutschland verurteilte die geplanten Änderungen als wissenschaftlich unbegründet und rechtlich fragwürdig. Die Organisation wirft den Reformen vor, Jagdinteressen über ökologische Belange und den Tierschutz zu stellen.

Die Entwürfe zur Novellierung der hessischen Jagdverordnung sehen unter anderem eine Verlängerung der Jagdzeiten und die Streichung von Schonzeiten für mehrere Tierarten vor. Kritiker bemängeln, dass diese Änderungen im Widerspruch zu EU-Habitatrichtlinien und Naturschutzgesetzen stehen. Eine öffentliche Bewertung der Maßnahmen fand bisher nicht statt, und an den Anhörungen sollen vor allem jagdnahe Verbände beteiligt gewesen sein.

Wildtierschutz Deutschland betont das Fehlen wissenschaftlicher Belege für die Reformen. Es mangelt demnach an Langzeitstudien zu Fortpflanzungszyklen, Populationsdaten und Auswirkungen auf die Biodiversität. Die Organisation hinterfragt zudem die willkürliche Verlängerung der Jagdzeiten und vermutet dahinter politische und Lobbyinteressen statt ökologischer Notwendigkeiten.

Besonders scharf wird die Abschaffung ganzjähriger Schonzeiten für bestimmte Tiere kritisiert. So wird die Streichung des Schutzzeitraums für ausgewachsene Füchse von März bis Mitte August als zynisch bezeichnet. Experten warnen, dass die Aufhebung der Schutzbestimmungen während der Brutzeit zu Verstößen gegen das Elterntierschutzrecht führen könnte.

Auch Dachse, die kaum Konflikte mit der Landwirtschaft verursachen, sind von den Reformen betroffen. Die Tierschützer argumentieren, dass vereinzelte Auseinandersetzungen ohne die Einführung einer generellen Jagdzeit gelöst werden könnten. Die generelle Ausweitung der Jagdrechte bezeichnen sie als umweltschädlich und unvereinbar mit den Zielen des Artenschutzes.

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Die geplanten Änderungen würden die Jagd während kritischer Fortpflanzungsphasen erlauben und Schutzbestimmungen für streng geschützte Arten aufheben. Ohne wissenschaftliche Fundierung oder öffentliche Prüfung riskieren die Reformen, den rechtlichen Schutz von Wildtieren auszuhebeln. Naturschützer fordern eine Überarbeitung der Pläne, um sie mit ökologischen und ethischen Standards in Einklang zu bringen.

Quelle