24 January 2026, 04:45

Hessen zahlt Einsatzkräften pauschal 2.000 Euro nach Angriffen im Dienst

Eine Gruppe von Polizisten in Uniform steht vor einer Menge von Menschen in schwarzen Uniformen und Masken, mit einer Brücke und einem Gebäude im Hintergrund, während einer Demonstration in einer Stadt.

Hessens Besonderer Weg: Entschädigung für angegriffene Polizisten - Hessen zahlt Einsatzkräften pauschal 2.000 Euro nach Angriffen im Dienst

Hessen bleibt das einzige deutsche Bundesland, das Einsatzkräften, die im Dienst angegriffen wurden, eine pauschale Entschädigung von 2.000 Euro zahlt. Die Maßnahme ist Teil eines sogenannten "Respektpakets", mit dem die Risiken gewürdigt werden sollen, denen Polizisten, Feuerwehrleute und andere Rettungskräfte täglich ausgesetzt sind. Innenminister Roman Poseck (CDU) bezeichnete diese Berufsgruppen als "Alltagshelden", die mehr Unterstützung und Wertschätzung verdienen.

Das Entschädigungsprogramm soll als "zusätzliche, unbürokratische Unfallleistung" für diejenigen dienen, die bei der Ausübung ihres Dienstes verletzt wurden. Anders als in anderen Bundesländern wird in Hessen nicht nach dem Schweregrad der Verletzung differenziert – jeder anerkannte Fall erhält die gleiche Summe. Seit 2022 wurden im Land rund 1.500 durch Angriffe verursachte Verletzungen gemeldet, wobei in den Jahren 2023 und 2024 über 90 Prozent der Anträge bewilligt wurden.

Das Verfahren beginnt damit, dass die Staatsanwaltschaft die Umstände des Angriffs bestätigt. Anschließend prüft der Regierungspräsidium Kassel den Fall, bevor das örtliche Sozialamt die endgültige Entscheidung trifft. Zwar gab es Bemühungen, die Antragsstellung zu beschleunigen, doch die FDP-Fraktion kritisiert das System nach wie vor als zu bürokratisch und langsam. Behördenvertreter räumen ein, dass aufgrund fehlender statistischer Daten keine durchschnittlichen Bearbeitungszeiten genannt werden können.

Die Pauschalzahlung soll angegriffenen Einsatzkräften schnell finanzielle Hilfe bieten. Trotz Vereinfachungsversuchen kommt es jedoch weiterhin zu Verzögerungen und administrativen Hürden. Das Programm bleibt eine einzigartige Form der Anerkennung in Deutschland und unterstreicht Hessens Engagement für diejenigen, die die öffentliche Sicherheit schützen.