Hessen setzt trotz Bedenken weiter auf Palantir – Minister fordert europäische Alternativen
Brunhilde JesselPoseck: Auf Palantir-Software zu verzichten wäre eine Sicherheitslücke - Hessen setzt trotz Bedenken weiter auf Palantir – Minister fordert europäische Alternativen
Hessens Innenminister Roman Poseck hat die Nutzung der Datenanalyse-Software von Palantir durch die Polizei verteidigt. Er warnte, dass ein Verzicht auf das System eine Sicherheitslücke hinterlassen würde, da es derzeit keine europäische Alternative mit vergleichbaren Fähigkeiten gebe. Gleichzeitig forderte der Minister langfristig eine größere digitale Unabhängigkeit von den USA.
Poseck betonte die Bedeutung von Palantir bei der Verhinderung von Terroranschlägen und der Aufklärung schwerer Straftaten, darunter Banküberfälle. Die Software sei für die Polizeiarbeit in Hessen unverzichtbar, da es derzeit kein vergleichbares deutsches oder europäisches System gebe, erklärte er.
Laut Angaben gibt es in Europa kein anderes Unternehmen, das ein Werkzeug mit derselben Funktionalität und denselben Sicherheitsstandards entwickelt hat. Poseck unterstrich die Notwendigkeit, die digitale Souveränität Europas zu stärken, räumte jedoch ein, dass dies Zeit erfordern werde.
Er rief deutsche und europäische IT-Unternehmen auf, mit staatlicher Unterstützung Alternativen zu schaffen. Gleichzeitig schlug er einen bundesweiten Ansatz vor und regte an, dass die Bundesregierung ähnliche Software für ihre eigenen Sicherheitsbedürfnisse einführe.
Die Äußerungen des Ministers verdeutlichen die derzeitige Abhängigkeit Hessens von Palantir. Ohne eine eigenentwickelte Lösung könnten die Polizeibehörden vorerst weiter auf das in den USA entwickelte System setzen. Posecks Forderung nach einer bundesweiten Lösung könnte zudem die flächendeckende Einführung in ganz Deutschland vorantreiben.