19 February 2026, 19:19

Hessen plant strengere Polizeibefugnisse für Abschiebungen – GdP protestiert scharf

Eine Gruppe von Polizeibeamten steht vor einem großen Gebäude mit Fenstern, Säulen und Bögen, mit Fahrzeugen auf der Straße, einer Person mit einer Kamera auf der linken Seite und einem klaren blauen Himmel mit Bäumen, Verkehrszeichen, Pfählen und Fahnen im Hintergrund.

Hessen plant strengere Polizeibefugnisse für Abschiebungen – GdP protestiert scharf

Hessens Innenminister Roman Poseck hat vorgeschlagen, der Polizei erweiterte Befugnisse für die Durchführung von Abschiebungen zu geben. Der Plan sieht vor, Überwachungsmaßnahmen und Handyortung einzusetzen, um abschiebepflichtige Personen ausfindig zu machen. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) kritisierte den Vorstoß jedoch scharf und bezeichnete ihn als Missbrauch polizeilicher Ressourcen.

Poseck präsentierte die Abschiebungszahlen Hessens für Januar 2024 und räumte ein, dass viele Abschiebungen scheitern, weil Betroffene unter ihren gemeldeten Adressen nicht auffindbar sind. Um dieses Problem zu lösen, schlug er vor, "technische Mittel" wie Handyortung und Überwachung einzusetzen, um die Vollstreckung zu verbessern. Sein Vorschlag sieht zudem vor, dass die Polizei eine aktivere Rolle bei Abschiebeoperationen übernimmt.

Jochen Kopelke, Vorsitzender der GdP, verurteilte den Plan und verglich ihn mit den Methoden der US-Behörde ICE. Er argumentierte, die Polizei solle sich auf die Verbrechensbekämpfung und die Bewältigung von Notfällen konzentrieren, statt Aufgaben der Migrationsbehörden zu übernehmen. Eine Umwidmung von Polizeikräften für Abschiebungen, warnte er, würde die Bemühungen in der Kriminalprävention und öffentlichen Sicherheit schwächen.

Die GdP lehnte zudem ab, die Polizei anstelle der Ausländerbehörden mit Abschiebungen zu betrauen. Kopelke betonte, Beamte sollten sich stattdessen auf die Vollstreckung von Haftbefehlen gegen Straftäter konzentrieren, anstatt migrationsrechtliche Aufgaben zu übernehmen. Systemische Probleme wie Untertauchen, begrenzte Abschiebehaftkapazitäten und Duldungen (geduldeter Aufenthalt) erschweren Abschiebungen bundesweit – auch in Hessen.

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Posecks Vorschlag würde einen neuen rechtlichen Rahmen erfordern, um die Polizeibefugnisse für Abschiebungen auszuweiten. Die Ablehnung der GdP unterstreicht Bedenken hinsichtlich der Ressourcenverteilung und der Rolle der Strafverfolgungsbehörden. Ohne Änderungen werden systemische Herausforderungen wie Untertauchen und rechtliche Hürden voraussichtlich weiterhin Abschiebungen behindern.