Hessen kürzt 200 Millionen Euro bei Integrierten Gesamtschulen – Frankfurt besonders betroffen
Klaas LübsKrise um Schulfinanzierung vor Kommunalwahlen - Hessen kürzt 200 Millionen Euro bei Integrierten Gesamtschulen – Frankfurt besonders betroffen
In Hessen ist eine Dringlichkeitssitzung wegen geplanter Kürzungen im Bildungsetat für die Integrierten Gesamtschulen (IGS) einberufen worden. Die Einsparungen in Höhe von insgesamt 200 Millionen Euro bis 2028 betreffen 120 Schulen im gesamten Bundesland, wobei der Raum Frankfurt mit einem Anteil von 100 Millionen Euro am stärksten belastet wird. Kritiker warnen, dass die Maßnahmen vor allem Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förderbedarf benachteiligen werden.
Die Kürzungen waren von Bildungsminister Armin Schwarz (CDU) angekündigt worden, der sie als vorübergehende "Anpassungen" für das Schuljahr 2026/2027 bezeichnete. Die Einsparungen sollen vor allem durch Personalabbau und größere Klassenstärken erzielt werden. Schwarz verwies zugleich auf einen insgesamt gestiegenen Bildungsetat, trotz der Kürzungen bei den IGS.
Die Grünen und die FDP hatten die Dringlichkeitssitzung beantragt. Der bildungspolitische Sprecher der Grünen, Daniel May, nannte die Kürzungen eine "Katastrophe für die Bildungspolitik" und sagte voraus, dass Unterrichtsstunden gestrichen werden müssten. FDP-Sprecher Moritz Promny ergänzte, dass besonders Schüler mit Förderbedarf unter den Maßnahmen leiden würden.
Die hessische Landesgruppe der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisierte die Landesregierung scharf, weil sie die Proteste ignoriert habe. Die 200 Millionen Euro Einsparungen verteilen sich auf vier Regionen: 100 Millionen Euro in Frankfurt (30 IGS betroffen), 50 Millionen Euro in Kassel (25 IGS), 30 Millionen Euro in Darmstadt (20 IGS) sowie 20 Millionen Euro in Gießen und Wiesbaden (45 IGS).
Die auf ein Jahr befristeten Kürzungen treten 2026 in Kraft und konzentrieren sich auf Personal und Klassengrößen. Die Schulen in Frankfurt sind am stärksten betroffen, während Gewerkschaften und Oppositionsparteien weiterhin gegen die Pläne protestieren. Die Landesregierung hat bisher keine Anzeichen für eine Rücknahme der Entscheidung erkennen lassen.