07 May 2026, 20:27

Hessen kämpft um Fachkräfte: Ausländische Arbeitskräfte retten den Arbeitsmarkt – doch ihre Zahl sinkt

Farbiges Deutschland-Karte, die die Bevölkerungsdichte in Frankfurt hervorhebt, mit erklärendem Text links daneben.

Hessen kämpft um Fachkräfte: Ausländische Arbeitskräfte retten den Arbeitsmarkt – doch ihre Zahl sinkt

Hessens Arbeitsmarkt verändert sich rasant: Ausländische Beschäftigte tragen seit 2020 die gesamte Jobwachstumslast

Neue Zahlen zeigen einen Anstieg ausländischer Arbeitskräfte in Hessen um 28 Prozent zwischen Januar 2020 und Juni 2025. Doch trotz dieses Zuwachses steht das Land vor einer verschärften Arbeitsmarktkrise – bis 2030 wird ein Mangel von 240.000 Fachkräften prognostiziert.

Die aktuellen Daten belegen: Hessens Wirtschaft ist mittlerweile vollständig auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen, um das Beschäftigungsniveau zu halten. Ohne sie wäre die Zahl der Erwerbstätigen stagniert oder sogar gesunken. Gleichzeitig verzeichnet das Land 2024 erstmals eine negative EU-Migrationsbilanz – mehr Menschen aus traditionellen Arbeitsmigrationsländern verlassen Hessen, als neu ankommen.

Experten nennen zwei zentrale Gründe für diesen Rückgang: Zum einen haben sich die wirtschaftlichen Bedingungen in vielen Herkunftsländern verbessert, sodass der Anreiz zur Auswanderung sinkt. Zum anderen schrecken Berichte über eine verschlechterte Willkommenskultur in Deutschland potenzielle Migrantinnen und Migranten ab.

Gleichzeitig sind auch die Asylanträge stark zurückgegangen. 2025 registrierte Hessen knapp 8.000 Asylsuchende – der niedrigste Stand seit 2012, abgesehen vom Pandemiejahr 2020. Dennoch bleibt das Land auf qualifizierte Zuwanderung angewiesen, um dringende Lücken in der Gesundheitsversorgung, im Ingenieurwesen und anderen Branchen zu schließen.

Die Behörden betonen nun den dringenden Bedarf, die Sprachkompetenz – insbesondere bei jungen Menschen in Hessen – zu verbessern. Bessere Integration und gezielte Ausbildungsmaßnahmen könnten helfen, den drohenden Fachkräftemangel von 240.000 Arbeitskräften bis Ende des Jahrzehnts abzumildern.

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Hessens Arbeitsmarkt steht am Scheideweg Zwar haben ausländische Arbeitskräfte das Beschäftigungswachstum bisher aufrechterhalten, doch ihre Zahl geht zurück – während der künftige Bedarf ungedekt bleibt. Ohne verstärkte Anstrengungen, qualifizierte Migrantinnen und Migranten zu gewinnen und zu integrieren, könnte der prognostizierte Fachkräftemangel bis 2030 ganze Schlüsselbranchen in ihrer Funktionsfähigkeit gefährden.

Quelle