Hessen führt bundesweit erste Pauschalentschädigung für angegriffene Einsatzkräfte ein
Brunhilde JesselHessens Besonderer Weg: Entschädigung für angegriffene Polizisten - Hessen führt bundesweit erste Pauschalentschädigung für angegriffene Einsatzkräfte ein
Hessen ist das erste deutsche Bundesland, das eine Pauschalentschädigung für Einsatzkräfte einführt, die während ihres Dienstes angegriffen werden. Das von Innenminister Roman Poseck initiierte Programm sieht eine Zahlung von 2.000 Euro für Polizisten, Feuerwehrleute und andere Rettungskräfte vor – unabhängig von der Schwere der Verletzungen. Allein in der Region wurden seit 2022 rund 1.500 Übergriffe auf Einsatzkräfte gemeldet.
Die als "Respektpaket" bezeichnete Maßnahme soll die Risiken würdigen, denen Menschen in diesen belastenden Berufen täglich ausgesetzt sind. Poseck bezeichnete die Einsatzkräfte als "Alltagshelden", die uneingeschränkte Unterstützung verdienen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Entschädigungsanträgen ist diese Leistung schnell und ohne bürokratischen Aufwand erhältlich.
Die Auszahlungen werden vom Regionalrat Kassel für Soziales und Integration überwacht, nachdem die Staatsanwaltschaft jeden Vorfall geprüft hat. 2023 und 2024 wurden über 90 Prozent der Anträge bewilligt. Kritiker aus der FDP-Fraktion monieren jedoch, dass das reguläre Entschädigungsverfahren für viele Opfer nach wie vor zu langsam und übermäßig bürokratisch sei. Hessens Pauschallösung stellt eine einzigartige Form der Unterstützung dar – als "zusätzliche, unbürokratische Unfallleistung", die unabhängig von anderen rechtlichen oder versicherungstechnischen Ansprüchen gewährt wird. Der Schritt folgt auf Jahre steigender Gewalt: Die Zahlen zeigen einen kontinuierlichen Anstieg der gemeldeten Vorfälle seit 2022.
Das neue Entschädigungsmodell ist bereits in Kraft getreten; Hunderten Einsatzkräften wurden bereits Zahlungen geleistet. Die Entscheidung des Landes spiegelt ein wachsendes Bestreben wider, diejenigen zu schützen, die in gefährlichen öffentlichen Diensten tätig sind. Bisher bleibt Hessen die einzige Region, die diese Form der finanziellen Anerkennung für angegriffene Rettungskräfte anbietet.