Helene Bubrowski wird erste Mitverlegerin der FAZ – ein Meilenstein für die VerTAZung
Carina KrauseHelene Bubrowski wird erste Mitverlegerin der FAZ – ein Meilenstein für die VerTAZung
Helene Bubrowski wird am 1. Januar 2027 als erste Frau zur Mitverlegerin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) ernannt. Ihre Berufung markiert einen weiteren Schritt in der allmählichen ideologischen Neuausrichtung der Zeitung, die oft als VerTAZung bezeichnet wird – ein Verweis auf ihre zunehmende Annäherung an grüne und progressive Politik.
Die 1981 in Hamburg geborene Bubrowski arbeitet seit Jahren für die FAZ, zunächst als politische Redakteurin, später als Berlin-Korrespondentin. Sie berichtete über Rechtspolitik und die Grünen und machte sich mit einfühlsamen Porträts von Spitzenpolitikern wie Annalena Baerbock und Robert Habeck einen Namen. Ihr jüngst mit dem Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnetes Essay Warum den Deutschen ein bisschen mehr Optimismus guttun würde festigte ihren Ruf zusätzlich.
Die Führung der FAZ ist im deutschen Medienland einzigartig: Vier Mitverleger teilen sich die Verantwortung. Mit Bubrowskis Eintritt gelten nun drei von ihnen – sie selbst, Carsten Knop und Jürgen Kaube – als Modernisierer, die das einst strikt konservative Blatt umgestalten. Diese Entwicklung setzte nach dem Tod des Mitverlegers Frank Schirrmacher 2014 ein, als die Redaktion schrittweise von ihrer traditionellen Linie abrückte.
Ihre Beförderung spiegelt tiefgreifendere Veränderungen innerhalb der Zeitung wider. Der Begriff VerTAZung – ein Wortspiel aus FAZ und vergrünen – steht für die gewandelte Haltung und die neuen Prioritäten des Blattes in den letzten Jahren.
Ab 2027 wird Bubrowski als Mitverlegerin die progressive Ausrichtung der FAZ weiter vorantreiben. Mit ihrer Erfahrung in der politischen Berichterstattung und ihren preisgekrönten Kommentaren bringt sie sowohl Expertise als auch eine eigenständige redaktionelle Stimme in die Führungsetage ein.






