07 February 2026, 10:52

Hanaus neue Dauerausstellung zeigt 400 Jahre lebendige Neustadt-Geschichte

Ein Raum mit einem Holzboden, ein Tisch mit verschiedenen Gegenständen, eine Wand mit Foto Rahmen und dem Text "Javanische Kunst im Nationalmuseum der Niederlande" und eine Vitrine voller Bilder.

Hanaus neue Dauerausstellung zeigt 400 Jahre lebendige Neustadt-Geschichte

Das Historische Museum Hanau im Schloss Philippsruhe hat eine neue Dauerausstellung mit dem Titel "Hanaus Neustadt" eröffnet. Die Schau beleuchtet die Entwicklung der Hanauer Neustadt seit 1597 sowie ihre europäischen Verbindungen. Begleitend dazu wurde ein umfangreiches Programm mit Führungen und kreativen Workshops eingeführt.

Die Initiative wird durch die Kathinka-Platzhoff-Stiftung ermöglicht, die Bildungs- und Vermittlungsprojekte fördert. Oberbürgermeister Claus Kaminsky dankte der Stiftung für ihr kontinuierliches Engagement zugunsten des kulturellen Angebots der Stadt.

Die Ausstellung zeichnet die Entstehung der Hanauer Neustadt nach, die 1597 von Siedlern aus den Spanischen Niederlanden gegründet wurde – darunter viele wallonische und niederländische Flüchtlinge reformierten Glaubens. Die Neuankömmlinge erhielten von Graf Philipp Ludwig II. wirtschaftliche und politische Privilegien wie Landzuweisungen, Steuerbefreiungen und Selbstverwaltung. Zwar sind konkrete kulturelle Traditionen aus ihrer Heimat nicht überliefert, doch prägten sie maßgeblich den Charakter des neuen Stadtteils.

Besucher:innen können drei thematische Räume mit interaktiven Stationen, Biografien und historischen Exponaten erkunden. Die Ausstellung verbindet multisensorische Elemente – von filigranen Goldtabakdosen und Silberarbeiten über Alltagsgegenstände bis hin zu Hanauer Fayencen. In Workshops können Teilnehmende Geschichte aktiv erleben, etwa durch das Bemalen eigener Fliesen im Stil der lokalen Keramik oder die Auseinandersetzung mit Porträts früher Bewohner:innen.

Das Begleitprogramm, finanziert von der Kathinka-Platzhoff-Stiftung, spiegelt deren Ziel wider, Lernen und gesellschaftliche Teilhabe zu fördern. Daniel von Hauff, Geschäftsführer der Stiftung, betonte das Engagement für Projekte, die Geschichte lebendig und für ein breites Publikum zugänglich machen.

Das Museum ist dienstags bis freitags von 10 bis 17 Uhr sowie am Wochenende von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 7 Euro für Erwachsene und 5 Euro ermäßigt; Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt.

Die Ausstellung "Hanaus Neustadt" und ihre Begleitangebote bieten einen detaillierten Einblick in die 400-jährige Geschichte des Stadtteils. Durch Exponate, Erzählungen und praktische Workshops können Besucher:innen das Leben der frühen Siedler:innen und deren bleibende Spuren erkunden. Das Projekt entsteht in Zusammenarbeit zwischen den Hanauer Museen und der Kathinka-Platzhoff-Stiftung und sichert so einen breiten Zugang zum kulturellen Erbe der Stadt.