14 March 2026, 06:51

Günther Jauch kauft Loriots legendäres Haus am Starnberger See

Ein Schwarz-Weiß-Entwurf eines Grundrisses eines Hauses mit mehreren Zimmern, das mit Details über die Aufteilung, Größe und Anzahl der Zimmer beschriftet ist und als Villa in Dresden, Deutschland, identifiziert wird.

Günther Jauch kauft Loriots legendäres Haus am Starnberger See

Günther Jauch hat das ehemalige Wohnhaus von Vicco von Bülow am Starnberger See erworben. Das Anwesen, das einst dem legendären Komiker Loriot gehörte, besitzt große kulturelle Bedeutung. Jauchs Kauf folgt seiner langjährigen Bewunderung für von Bülows Humor und Vermächtnis.

Obwohl das Haus mit dem verstorbenen Künstler verbunden ist, diente es nicht häufig als Drehort für Loriots Werke. Jauchs Erfahrung in der Bewahrung kultureller Denkmäler – wie etwa dem Marmorpalais in Potsdam – verleiht dieser Acquisition besonderes Gewicht.

Vicco von Bülow, der unter seinem Künstlernamen Loriot weltweit bekannt wurde, schuf zwei ikonische Filme: Ödipussi (1988) und Pappa ante Portas (1991). Beide Hauptrollen spielte Evelyn Hamann, und die Streifen avancierten zu Klassikern der deutschen Komödie. Noch vor seiner Filmkarriere veröffentlichte von Bülow in den 1950er-Jahren humorvolle Bücher, darunter Der unentbehrliche Ratgeber für den Umgang in feiner Gesellschaft und Glücklich verführt: Zwei Experten verraten 20 erprobte Liebestricks.

Die Dreharbeiten zu Ödipussi fanden an mehreren Berliner Wahrzeichen statt, etwa im Imperiale Palace Hotel (heute Dorint Hotel am Gendarmenmarkt), im Axel-Springer-Hochhaus in Kreuzberg und auf der Oberbaumbrücke. Auch das Märkische Museum und eine Wohnung in der Chausseestraße waren Schauplätze. Für Pappa ante Portas nutzte man eine stillgelegte BVG-Bushaltestelle in Tegel, ein ehemaliges Straßenbahn-Verwaltungsgebäude in Weißensee sowie Straßen in Tegel. Das Axel-Springer-Hochhaus diente erneut als Kulisse für die Entlassungsszene Heinrich Lohses, während der Ahlbecker Pier auf Usedom Schauplatz von Renate Lohses Mutter Geburtstagsfeier war.

Bemerkenswert ist, dass die Esszimmerszene in Pappa ante Portas von der ursprünglichen Fotografie abweicht, da Dieter Lohse in der finalen Fassung nicht zu sehen ist. Diese Abweichung trägt zur Faszination hinter den Kulissen bei und spiegelt die kreativen Anpassungen während der Produktion wider.

Jauchs Erwerb von von Bülows Haus am Starnberger See reiht sich in ein größeres Muster der Bewahrung kulturellen Erbes ein. Das Anwesen gesellt sich zu anderen historischen Stätten, die mit Loriots Werk verbunden sind – von Berlins urbanen Landschaften bis zur Ostseeküste Usedoms. Mit Jauchs Erfahrung in der Restaurierung könnte das Haus nun neue Aufmerksamkeit als Teil des deutschen komödiantischen Erbes erhalten. Die Verbindung zwischen dem neuen Besitzer und Loriots Humor sichert die anhaltende Bedeutung des Anwesens.

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