19 February 2026, 21:01

Grüne Jugend wirft Mutterpartei Versagen nach dem Hanau-Anschlag vor

Ein Plakat mit der Aufschrift "The Bipartisan Safer Communities Act" in fetter, schwarzer Schrift auf einem weißen Hintergrund, eingerahmt von einem dünnen schwarzen Rand, mit einer Grafik einer Person in einem blauen Hemd mit ausgestreckten Armen und einem entschlossenen Gesichtsausdruck.

Grüne Jugend wirft Mutterpartei Versagen nach dem Hanau-Anschlag vor

Die Grüne Jugend, die Jugendorganisation der deutschen Grünen, hat ihre Mutterpartei scharf dafür kritisiert, nicht entschlossen genug gegen Rassismus und Extremismus vorzugehen. Besonders frustriert zeigt sich die Gruppe über die Reaktion der Partei auf den rassistischen Anschlag von Hanau 2020, bei dem ein rechtsextremer Attentäter neun Menschen mit Migrationshintergrund ermordete. Laut der Grünen Jugend haben sich die Versprechen grüner Politiker bisher nicht in konkrete Reformen umgesetzt.

Die Kritik kommt nach Jahren staatlicher Maßnahmen als Reaktion auf den Anschlag vom 19. Februar 2020. Die Bundesregierung hatte daraufhin 89 Maßnahmen gegen Rechtsextremismus und Rassismus auf den Weg gebracht, die bis 2024 mit über einer Milliarde Euro gefördert werden. Eine von 2021 bis 2024 laufende Studie zu Rassismus in staatlichen Institutionen untersuchte zudem diskriminierende Praktiken in Bundesbehörden. Ihre Ergebnisse mündeten in Empfehlungen für bessere Schulungen von Mitarbeitenden im Umgang mit Diskriminierungsmeldungen sowie zur Bekämpfung von Antiziganismus in der Flüchtlingsarbeit.

Trotz dieser Schritte zeigt sich die Grüne Jugend unzufrieden. Ihr Sprecher Luis Bobga stellte die Ernsthaftigkeit der Aussagen grüner Politiker infrage, eine Wiederholung von Hanau zu verhindern. Er betonte, die Partei müsse durch konkrete Taten beweisen, dass sie aus der Tragödie gelernt habe.

Besonders kritisiert die Jugendorganisation den hessischen Landesverband der Grünen für dessen Umgang mit den Folgen des Anschlags. In einer Stellungnahme monierte sie fehlende Fortschritte bei Polizeireformen und der Extremismusprävention – Bereiche, die sie für entscheidend hält, um künftige Gewalt zu verhindern.

Die Forderungen der Grünen Jugend zielen auf mehr Verbindlichkeit und sichtbare Veränderungen innerhalb der Partei ab. Ohne klare politische Schritte, so ihre Warnung, riskierten die Grünen, ihre eigenen Bekenntnisse im Kampf gegen Rassismus zu untergraben. Die Debatte entsteht zu einem Zeitpunkt, an dem die Partei unter wachsendem Druck steht, institutionelle Versäumnisse aufzuarbeiten, die durch den Anschlag von Hanau offenbart wurden.

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