Grüne fordern radikale Social-Media-Regeln für Kinder – mit Altersgrenzen und Sucht-Schutz
Brunhilde JesselHessische Grüne fordern ebenfalls Social-Media-Verbot für Kinder - Grüne fordern radikale Social-Media-Regeln für Kinder – mit Altersgrenzen und Sucht-Schutz
Die Grünen haben einen detaillierten Plan zur Verschärfung der Sozialen-Medien-Regulierung für junge Nutzer:innen vorgestellt. Die Vorschläge umfassen strengere Altersgrenzen, neue digitale Aufsichtsrollen und bessere Unterstützungssysteme, um Suchtgefahren und Online-Risiken zu bekämpfen. Ziel ist eine sicherere digitale Umgebung – unter Einbindung von Kindern bei der Gestaltung künftiger Regeln.
Laut dem Grün-Plan soll Kindern unter 13 Jahren die Erstellung von Accounts in Sozialen Medien verboten werden. Für 13- bis 15-Jährige wäre vor der Anmeldung auf Plattformen wie TikTok oder Instagram die elterliche Zustimmung Pflicht. Zudem will die Partei suchtverstärkende Funktionen – etwa Endlos-Scrolling oder Autoplay – für alle unter 18-Jährigen blockieren.
Die Pläne gehen über bloße Einschränkungen hinaus: Die Grünen fordern "digitale Straßenarbeiter:innen", die Online-Räume überwachen und als authentische, polizeiähnliche Präsenz zum Schutz junger Nutzer:innen agieren. Erweitert werden sollen auch Beratungsangebote und psychosoziale Hilfen für Betroffene von Social-Media-Sucht. Gleichzeitig will man Offline-Freizeitaktivitäten fördern, um Alternativen zur Bildschirmzeit zu schaffen.
Medienkompetenz soll früh vermittelt werden – mit Schulungen für Kinder, Eltern und Fachkräfte bereits in Kitas. Die Partei betont, dass junge Menschen selbst bei der Ausgestaltung der Regeln mitreden müssen. Dieser Ansatz steht im Kontrast zur aktuellen Branchenpraxis: Meta-Chef Mark Zuckerberg räumte kürzlich ein, dass unter 13-Jährige trotz Verstößen gegen die Nutzungsbedingungen auf Instagram zugreifen, auch wenn das Unternehmen entdeckte Accounts löscht. Meta lehnt rechtliche Verantwortung ab und verweist auf bestehende Elternkontrollen sowie Meinungsfreiheit als Begründung für Funktionen wie Schönheitsfilter. Unterdessen einigten sich Snapchat und TikTok in Klagen ohne Schuldanerkenntnis.
Die Grünen argumentieren, ihr Plan schließe Lücken der Selbstregulierung – mit Fokus auf Prävention, Bildung und direkter Einbindung junger Nutzer:innen.
Würden die Maßnahmen umgesetzt, würden sie das Social-Media-Verhalten von Kindern im UK grundlegend verändern: Plattformen stünden strengere Altersprüfungen bevor, suchtfördernde Funktionen würden eingeschränkt und Hilfssysteme ausgebaut. Der Plan verlagert die Verantwortung von Tech-Konzernen hin zu einer Mischung aus Regulierung, Bildung und gesellschaftlichem Engagement.






