Grönemeyer attackiert Politiker: "Zwei Jahrzehnte der kommunikativen Schwäche"
Helga MüllerGrönemeyer attackiert Politiker: "Zwei Jahrzehnte der kommunikativen Schwäche"
Der Sänger Herbert Grönemeyer hat deutsche Politiker scharf dafür kritisiert, dass sie in den vergangenen zwei Jahrzehnten versagt haben, wirksam mit der Öffentlichkeit zu kommunizieren. Der 70-Jährige äußerte sich bei der Entgegennahme des Deutschen Nationalpreises, mit dem sein gesellschaftliches Engagement gewürdigt wurde.
Grönemeyer hob hervor, dass die Bundeskanzler Angela Merkel und Olaf Scholz in zentralen Fragen oft geschwiegen hätten. Nur in seltenen Momenten seien sie offen auf die Bürger zugegangen. Er betonte, die Zivilgesellschaft brauche keine väterlichen oder mütterlichen Figuren, die sie anleiten. Stattdessen rief er die Bürger dazu auf, selbst mehr Initiative zu ergreifen. Der Musiker lehnte auch eine ängstliche Grundhaltung gegenüber der Zukunft ab und plädierte stattdessen für Optimismus.
In seiner Rede verglich er das Fehlen eines politischen Dialogs mit der Teamarbeit im Fußball. Politiker sollten sich seiner Meinung nach ein Beispiel an der Kooperationsbereitschaft und Klarheit nehmen, wie sie im Sport zu finden sei.
Der Deutsche Nationalpreis ist mit 50.000 Euro dotiert. Grönemeyers Äußerungen unterstreichen seinen langjährigen Appell an Führungspersönlichkeiten, sich stärker mit der Bevölkerung auszutauschen. Seine Worte speisen sich in die anhaltende Debatte über politische Transparenz in Deutschland ein.
